Tag der Erneuerbaren Energien : Sonnenfest in Lübstorf

Vorbereitungen für den Aufstieg des Wetterballons: Auch Landrätin Kerstin Weiss (3.v.l.) wollte das sehen. Der Ballon stieg 36500 Meter hoch, zerplatzte und landete in der Ostsee. Die Kamera mit Fotos und Videos wurden von der Wasserschutzpolizei geborgen.
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Vorbereitungen für den Aufstieg des Wetterballons: Auch Landrätin Kerstin Weiss (3.v.l.) wollte das sehen. Der Ballon stieg 36500 Meter hoch, zerplatzte und landete in der Ostsee. Die Kamera mit Fotos und Videos wurden von der Wasserschutzpolizei geborgen.

Tag der erneuerbaren Energien: Solarauto-Rallye der Schüler. Klimaschutzprojekt von sieben Gemeinden

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28. April 2019, 20:00 Uhr

Lübstorf | Beim Sonnenfest in Lübstorf zum Tag der erneuerbaren Energien ließ sich die Namensgeberin zunächst nicht blicken. Pünktlich zum Start des Wettberballons kurz nach 12 Uhr schaute sie dann doch zwischen den Wolken hervor. Der Ballon wurde 36 Kilometer in die Höhe geschickt, um Fotos und Messdaten aus der Stratosphäre zu liefern. Damit will Marius Lentzko, Masterstudent der Uni Wismar, den Schülern der Regionalen Schule Lübstorf zeigen, wie die durch Menschen verursachte zu hohe Kohlendioxid-Konzentration dort zum Treibhauseffekt und damit zum Klimawandel führt. Lentzko hat zusammen mit Andreas Schmidt von der Firma Trigenius und dem Landkreis ein Klimaschutzkonzept für die sieben Gemeinden Klein Trebbow, Alt Meteln, Brüsewitz, Dalberg-Wendelstorf, Lützow, Lübstorf und Zickhusen im Amt Lützow-Lübstorf entwickelt. Die Schule Lübstorf ist Teil des Konzeptes. Hier hat der Masterstudent Vorschläge zur CO2-Reduzierung erarbeitet und mit den Schülern der achten Klassen Solarmobile gebaut, um den Jugendlichen das Thema Klimaschutz verständlich zu machen. Ergebnisse des gesamten Projektes wurden am Sonnabend Landrätin Kerstin Weiss vorgestellt, die zusammen mit Heiko Boje, dem beim Landkreis Nordwestmecklenburg Verantwortlichen für Regionalplanung und Klimaschutz, Lübstorfs Bürgermeister Michael Gräning, Amtschefin Iris Brincker und Schulleiterin Andrea Pentzien auch den Ballonstart verfolgte.

Gastgeber des Sonnenfestes war der Solarverband Mecklenburg-Vorpommern. „Viele Bürger wissen gar nicht, wie preiswert Solarmodule inzwischen sind“, bedauerte Thomas Rudolph. Der ehrenamtliche Vorstand stellte seinen Verband und die Nutzungsmöglichkeiten von Sonnenenergie für jeden Bürger auf dem Fest vor. „Ein Solarmodul, das ein normales Einfamilienhaus versorgt, kostet inzwischen nicht mehr als eine mittlere Einbauküche. In den letzten fünf Jahren hat sich der Preis für die Module um vier Fünftel reduziert.“ Die Bürger würden Kosten sparen, weil sie ihren Strom- und Wärmebedarf über Solarenergie decken könnten. „Was mehr produziert wird, kann ins Netz gegen eine Vergütung eingespeist werden.“

So ist die Nutzung der Solarenergie auch ein wichtiger Teil des Klimaschutzkonzeptes der sieben Gemeinden im Amt. In Klein Trebbow gründet sich beispielsweise derzeit eine Energiegenossenschaft, in der sich alle an dezentraler erneuerbarer Energieerzeugung Interessierten in der Gemeinde zusammenschließen. Jeder Haushalt kann prüfen lassen, wie viel Solarenergie auf dem Hausdach erzeugt werden könnte. „Die Schule könnte 45 Prozent ihres Strombedarfs über Solarenergie decken“, sagt Marius Lentzko.

Die Solarmobile sollen von nun an jedes Jahr in den achten Klassen während eines Projektes gebaut und damit Klimawandel und -schutz thematisiert werden. Bei der Rallyes der Solarmautos gewannen die Rennfahrerinnen Lia, Pia, Denise und Annalena den Pokal. Für die SVZ starteten sie noch ein Exklusivrennen.

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