Stichwahl für das Bürgermeisteramt in Raben Steinfeld : Schloss kontra Konsum

Die Raben auf den Findlingen im Kreisverkehr sind das Wahrzeichen von Raben Steinfeld

Die Raben auf den Findlingen im Kreisverkehr sind das Wahrzeichen von Raben Steinfeld

Am 16. Juni treten Holger Voß (SPD) und Einzelbewerber Klaus-Dieter Bruns gegeneinander an.

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12. Juni 2019, 05:00 Uhr

Nach 30 Jahren  hat  Horst Dieter Kobi in Raben Steinfeld den  Bürgermeistersessel geräumt. Zur Kommunalwahl am 26. Mai  bewarben  sich vier Kandidaten als  Nachfolger bei den  1040 Einwohnern. Die meisten Stimmen erhielt der 55-jährige Forstamtsleiter Holger Voß (SPD), der seit 15 Jahren in der Gemeindevertretung mitarbeitet: 33,5 Prozent.  Hinter Voß mit 32,8 Prozent lag  der 62-jährige ehemalige Polizeihauptkommissar Klaus-Dieter  Bruns, der aber nicht für die Gemeindevertretung antrat.

Beide Kandidaten leben seit vielen Jahren in Raben Steinfeld. Beide wollen sich dafür einsetzen, dass altersgerechte Wohnmöglichkeiten in der Gemeinde entstehen, damit die Senioren bleiben können. Beide wollen mehr Freizeitmöglichkeiten für die Jüngeren schaffen, den Sportplatz erneuern, die örtlichen Vereine  sowie  die Feuerwehr unterstützen und  das Mobilfunkloch über Raben Steinfeld verschwinden lassen. Beide finden den Lärmschutz zur A 14 nicht mehr ausreichend und wollen die Bürger nach ihren Ideen für die Zukunft der Gemeinde fragen. Doch was unterscheidet sie?

Holger Voß
K. Frick

Holger Voß

„Mir ist besonders wichtig, dass das Schloss in öffentliche Hand kommt“, sagt Holger Voß. „Das Land hat vor 20 Jahren einen Fehler begangen, dieses historisch bedeutsame Gebäude zu verkaufen.“ Seitdem liegt das Schloss im schönen Lenné-Park im Dornröschenschlaf. Gerade jetzt  wird es nach langen Querelen von den Eigentümern endlich wieder zum Kauf angeboten. „Wir als Gemeindevertretung sind einstimmig dafür, unser Vorkaufsrecht wahrzunehmen“ , so Voß. Doch allein könne die Gemeinde den Kauf finanziell nicht stemmen. Also hat man gehandelt. „Wir haben gemeinsam an Ministerpräsidentin  Manuela Schwesig einen Brief mit der Bitte um Hilfe geschrieben.“

Das Raben Steinfelder Schloss im Dornröschenschlaf
K. Frick

Das Raben Steinfelder Schloss im Dornröschenschlaf

 

In das denkmalgeschützte Schloss könnte  eine Landesbehörde ziehen oder eine Bildungseinrichtung. „Wenn das privat jemand kauft, zieht er einen Zaun darum. Wir und die vielen Spaziergänger könnten dann ein Drittel des Parks nicht mehr nutzen.“ Holger Voß hofft, dass ihm seine langjährige Arbeit und Erfahrung in der Gemeindevertretung bei der Stichwahl Stimmen bringt und auch  CDU-Anhänger hinter ihm stehen.

Klaus-Dieter Bruns
K. Frick

Klaus-Dieter Bruns

 

„Ich möchte gern, dass wir wieder einen Dorfkonsum haben und einen Arzt. So wie es schon einmal war“, sagt Klaus-Dieter Bruns. „Und warum sollten wir hier  nicht eine Kita bauen? Wir haben 82 Kinder bis zu neun Jahren.“ Er könnte sich auch ein Vereinshaus am Sportplatz vorstellen oder eine Skaterbahn, zählt er weiter auf. „Ich habe 1995, als ich nach Raben Steinfeld zog, einen Jugendsportverein  gegründet. Den gibt es nicht mehr, aber ich würde die Jüngeren fragen, ob sie   wieder einen aufziehen wollen.“ Bruns sieht sich durch seine Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr und im Heimat- sowie Seniorenverein gut vernetzt. „Ich habe einen guten Draht zu den Bürgern und  bin es durch meine  langjährige Arbeit in der Polizeigewerkschaft gewohnt, einen Konsens zwischen vielen verschiedenen Meinungen herzustellen.“ Wichtig findet der Pensionär auch, dass Ober- und Unterdorf stärker zusammenwachsen, z. B. durch mehr gemeinsame Feste. Als Beitrag zum Klimaschutz  möchte   Klaus-Dieter Bruns Gemeinschaftsprojekte zur Nutzung von Solarenergie und Biogas mit den Bewohnern besprechen.

Bei der Stichwahl am kommenden Sonntag müssen die Raben Steinfelder sich entscheiden ...

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