Wüstmark : Nach Arbeitslosigkeit: Chance auf einen Job nutzen

Gehört zu den bereits mehr als 80 Geförderten in Schwerin: Andy Holstein (r.) mit seinem Chef Torsten Beth.
Gehört zu den bereits mehr als 80 Geförderten in Schwerin: Andy Holstein (r.) mit seinem Chef Torsten Beth.

Ein neues Gesetz verbessert die Förderung von Langzeitarbeitslosen. Arbeitgeber bekommen deshalb bis zu 100-prozentigen Lohnzuschuss.

23-13214194_23-66107979_1416392498.JPG von
03. Juli 2019, 07:49 Uhr

„Ich möchte noch viel lernen“, sagt Andy Holstein. Mehrere Jahre war der 34-jährige Schweriner arbeitslos. Nun hat er einen Job gefunden, bei der Torsten Beth GmbH im Süd, die unter anderem Hubgeräte vermietet, Markisen montiert und Balkone anbringt. Geschäftsführer Torsten Beth gibt Andy Holstein eine Chance. Apropos Chance: Gefördert wird die Anstellung des Familienvaters durch das so genannte Teilhabechancengesetz, das vor einem halben Jahr in Kraft trat.

Insgesamt vier Milliarden Euro stellt der Bund für einen Zeitraum von fünf Jahren zusätzlich zur Verfügung, um Menschen, die über einen längeren Zeitraum ohne Job waren, wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Bis zu fünf Jahre können Arbeitslose gefördert werden, die älter als 25 Jahre sind, innerhalb von sieben Jahren mindestens sechs Jahre lang Hartz IV bezogen haben und entweder gar nicht oder nur kurzzeitig beschäftigt waren. Auf eine Förderung über zwei Jahre dürfen Erwerbslose hoffen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind.

Andy Holstein kommt in den Genuss der fünfjährigen Förderung, inklusive Coaching. Einen 100-prozentigen Lohnzuschuss zahlt das Schweriner Jobcenter in den ersten beiden Jahren an seinen Arbeitgeber. Im fünften Jahr sind es immerhin noch 70 Prozent. „Der Zuschuss ist für viele Unternehmen aber gar nicht das Entscheidende“, erklärt Jobcenter-Chefin Regine Rothe. „Die Betriebe sind froh, überhaupt neue Mitarbeiter zu finden.“

Tatsächlich sei es heutzutage schwer, Fachkräfte zu bekommen, bestätigt Torsten Beth. Umso mehr freue er sich über die Anstellung von Andy Holstein. „Er ist lernbereit und zuverlässig, darauf kommt es an“, betont der Geschäftsführer, der zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Mehr als 80 Frauen und Männer werden in Schwerin bereits über das Teilhabechancengesetz gefördert. Und es könnten noch mehr sein. „Rund eine Million Euro haben wir in diesem Jahr zur Verfügung“, berichtet Jobcenter-Leiterin Rothe. Sie appelliert an Unternehmen, von der Förderung Gebrauch zu machen.

Nach Angaben von Arbeitsagentur-Chef Guntram Sydow gibt es in der Landeshauptstadt derzeit immer noch rund 1200 Menschen, die mehr als ein Jahr erwerbslos sind. „Das zeigt, wie wichtig das neue Förderinstrument ist“, betont Sydow.

Andy Holstein ist dankbar für die Chance, die ihm Torsten Beth gibt. Sich in die unterschiedlichen Betriebsbereiche einzuarbeiten und dann an verschiedenen Orten bei der Montage und Wartung zum Beispiel von Markisen zu helfen, das sei seine Sache.

Christian Koepke

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen