Plate : Muntere Begegnungen gibt es überall

Reden über Gott und die Welt: Carola Hartmann und Nasser aus dem Iran Vorurteile? Sind ihnen fremd.
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Reden über Gott und die Welt: Carola Hartmann und Nasser aus dem Iran Vorurteile? Sind ihnen fremd.

Fünf Tage, fünf Orte, fünf Geschichten: Tauschreporter Stephan Großmann lernt das Schweriner Umland kennen – heute Plate

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21. Mai 2019, 05:00 Uhr

„Toren bereisen in fremden Ländern die Museen, Weise gehen in die Tavernen.“ Wusste schon Erich Kästner – und auf den ist Verlass. Wer wie ich seine Reise nach Plate jedoch an einem Montagmittag antritt, muss auf gastronomischen Gaumenschmaus vorerst verzichten. Macht aber nichts.

Gesottenes und Gebratenes gibt es bei mir daheim, in der Genussregion Oberfranken, genug. Ich will die Menschen kennenlernen. Also lasse ich den an diesem Tag geschlossenen Störkrug links liegen und schreite die Störstraße mit den typisch norddeutschen Backsteinbauten und den tief herabhängen Dächern entlang. Sogar eine Reetdachdeckerei gibt es. Fantastisch.

Es dauert nicht lange, bis ich erste tolle Menschen treffe. Eigentlich ist der Plater Bahnhof seit Jahren nicht besetzt, aktuell streckt Bahnmitarbeiterin Carola Hartmann ihren Kopf aus dem Haus. Die 54-Jährige prüft, ob der Funkverkehr störungsfrei läuft. Aus der Bahn aus Ludwigslust steigt Nasser aus. Der 51-jährige Iraner möchte seinen vollen Namen nicht sagen, aber das behindert unseren Dreiecks-Dialog in keinster Weise.

Seit drei Jahren ist der gelernte Englischlehrer im Land und tauscht sich mit uns in beeindruckend fehlerfreiem Deutsch aus über unsere Heimaten, Religion und die Welt. Drei Fremde, drei Biografien, drei Geschichten, ein Plausch. Plate, danke dafür.

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