Lübstorf : Klimaschutzkonzept vorgestellt

Auf ein Siebtel müssen die Gemeinden den jetzigen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2050 reduzieren , um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen. Wissenschaftler warnen, schon ab 1,5 Grad sind die Veränderungen irreversibel.  Grafik: Trigenius
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Auf ein Siebtel müssen die Gemeinden den jetzigen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2050 reduzieren , um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen. Wissenschaftler warnen, schon ab 1,5 Grad sind die Veränderungen irreversibel. Grafik: Trigenius

Andre Schmidt von der Firma Trigenius erarbeitete für das Amt Lützow mit Hilfe des Landkreises Energiepotenziale für sieben Gemeinden

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25. Mai 2019, 05:00 Uhr

Jede Gemeinde wird in Zukunft ihren Beitrag leisten müssen, um Treibhausgase einzusparen. „Wir haben mit unserem Klimaschutzkonzept versucht, das dafür Notwendige auf die beteiligten Gemeinden herunterzubrechen“, erklärt Heiko Boje, beim Landkreis Nordwestmecklenburg verantwortlich für den Klimaschutz . Andre Schmidt von der Firma Trigenius hat das Konzept für die Gemeinden Zickhusen, Lützow, Lübstorf, Klein Trebbow, Dalberg-Wendelstorf, Brüsewitz und Alt Meteln in den vergangenen Monaten zusammen mit dem Landkreis und der AG „Daseinsvorsorge“ erarbeitet. „Wenn wir es gut machen, werden unsere Dörfer davon profitieren, da Geld und Wertschöpfung nicht mehr in die Öl- und Gasländer abfließen, sondern vor Ort bleiben“, sagte Solarpapst Franz Alt bei seinem Vortrag am Montag in Klein Trebbow.

Um mehr als die Hälfte müssen die Gemeinden ihren jetzigen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2040 reduzieren, um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Youtuber Rezo machte mit seinem über fünf Millionen Mal angeklickten Video gerade auf die Warnungen von Wissenschaftlern aufmerksam, schon ab 1,5 Grad seien die Veränderungen in der Atmosphäre irreversibel.

Zum Klimaschutzkonzept gehören eine Berechnung der Einsparmöglichkeiten bei Strom und Wärme auf den Dörfern sowie eine Potenzialanalyse, wie der bestehende Bedarf gedeckt werden kann. „Große Einsparmöglichkeiten bestehen durch Wärmedämmung. Wir haben auch für alle Gebäude in kommunaler Hand berechnet, wie dort mit wenig Geld Energie gespart werden kann“, erläutert Andre Schmidt. In der Bauamtsverwaltung gibt es nun ein Energiemanagement, in dem alle Daten über diese Gebäude zusammengeführt und darüber gesteuert werden können.

Die größten Potenziale bei der autarken Energiegewinnung sieht Schmidt bei Solaranlagen. Auf den Dächern, aber vor allem auch auf Freiflächen. Zum Beispiel entlang der Bahnflächen und auf sogenannten Altlastenflächen wie früheren LPG-Stallanlagen. Zur Wärmeerzeugung könnten vor allem Stroh und Totholz herangezogen werden. „Wir haben die Landwirte gefragt, was sie am meisten als Abfall produzieren. Das ist Weizenstroh.“ Dafür gebe es derzeit moderne und sehr effektive Verbrennungsanlagen, genauso wie für Totholz. „Die Waldbesitzer hier exportieren bis jetzt ihr Totholz nach Lübeck. Sie möchten das gern für die Region verwenden.“ Der Klein Trebbower Ivo von Trotha ist der Vorsitzende des Verbandes der Waldbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern und macht sich für das Klimaschutzkonzept stark.

„Klimafreundliche Energie und Wärme kostet im Moment mehr Geld als Erdgas. Aber beim Klimaschutz kann es nicht nur um Geld gehen“, mahnt Heiko Boje.

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