Plate : Keglern fehlt der Nachwuchs

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Mit der richtigen Technik und genügend Schwung versucht Manuela Bötefür, alle neun Kegel umzustoßen.

Mit der richtigen Technik und genügend Schwung versucht Manuela Bötefür, alle neun Kegel umzustoßen.

Das Umland hat sportlich viel zu bieten – heute: Plater SV würde gern mehr junge Leute für Kugel und Kegel begeistern

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25. Februar 2020, 23:23 Uhr

Wie sportlich ist das Schweriner Umland? Welche Sportarten gibt es? Und was haben die Sportvereine neben Fußball, Handball und Volleyball noch zu bieten? Ob auf dem Eis, der Kegelbahn oder in den zahlreichen Sporthallen, überall sind sie im Umland zu finden – die Randsportarten. Nur leider viel zu wenig bekannt, das soll sich jetzt ändern. Vielleicht können wir ja Ihren Ehrgeiz wecken? Heute: die Kegler des SV Plate.

Ein Grund, Sport zu treiben, sind auch die Bekanntschaften, die dabei entstehen. Das können zumindest die Kegler des SV Plate behaupten. Doch deren Sportart ist in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten und oft als Seniorensport abgestempelt worden. Beim SV Plate jedoch lebt er wieder auf. Und wer einmal eine Trainingseinheit mit 100 Würfen hinter sich gebracht hat, merkt schnell: Kegeln kostet Kraft.

„Auftaktschritt, links, rechts, links und Abwurf“, so lautet die Anweisung von Trainer Steffen Ortmann, die die Kegler des SV Plate einmal pro Woche auf der Bahn in die Tat umsetzen müssen. 40 Minuten am Stück kann eine Trainingseinheit andauern. Bei einem Gewicht von 2,85 Kilogramm pro Kugel, macht sich das auch in den Oberarmen bemerkbar. „Wichtig dabei ist, die Kugel aus der Handfläche gerade abzurollen und die Augen nicht auf die Kegel, sondern auf die Abwurfstelle zu richten“, sagt Steffen Ortmann. Im Idealfall läuft die Kugel in die linke oder rechte Gasse zwischen den neun Kegeln und bringt dann möglichst viele von ihnen zu Fall, so der Lizenztrainer des SV Plate.

Die 15 aktiven Mitglieder haben diesen Ablauf durch die vielen Stunden auf der Kegelbahn schon verinnerlicht. 1997 hat sich der Verein gegründet, damals noch ansässig in Mirow. „Unsere Silberhochzeit durften wir schon feiern“, sagt Steffen Ortmann.

Die Einbindung in das Dorfleben und das Gemeinschaftsgefühl sind für viele Kegler Gründe gewesen, mit dem Sport anzufangen. „Klar, einen sportlichen Anreiz haben wir auch, aber der Spaß steht für uns natürlich im Vordergrund“, erklärt Simone Ortmann, eine der aktiven Keglerinnen beim SV Plate. Das gilt besonders für den selbst initiierten Störkrugpokal im Sommer, ein Turnier, zu dem Mannschaften von außerhalb eingeladen werden, um nicht immer gegen die gleichen Gegner anzutreten.

Neben dem eigens organisierten Turnier spielen die Kegler mit dem gemischten Damen- und Herrenteam auch in der Kreisliga Schwerin um die Meisterschaft. Zurzeit sogar durchaus erfolgreich, sie führen die Tabelle vor fünf weiteren Kegelvereinen an.

Doch auch Erfolge können keinen Nachwuchs garantieren. Dabei wäre die Möglichkeit, Trainingseinheiten für Kinder und Jugendliche anzubieten mit zwei Lizenztrainern durchaus gegeben. „Wenn mal Kinder mit dabei sind, ist das schon toll und bringt viel Schwung in die Runde“, sagt Steffen Ortmann. Neben der jüngeren Zielgruppe seien es aber hauptsächlich die Älteren, die den Sport neu für sich entdecken. „Die Gemeinschaft, die Bewegung und der Spaß machen den Sport aus“, sagt Manuela Bötefür, die für den SV Plate kegelt.

Die regelmäßigen Veranstaltungen abseits der Kegelbahn, wie das jährliche Boßeln, gemeinsame Geburtstagsfeste oder Ausflüge sind laut Steffen Ortmann fester Bestandteil im Jahresplan der Kegler. „Durch den Sport werden Kontakte geknüpft und neue Freunde gefunden“, sagt Birgit Klüger, die dem Verein seit der Gründung treu geblieben ist.


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