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Müller

Grünes Abitur : Jagdschule Grambow: Bei ihm ist jeder ein Promi

Tausende Schüler aus dem In- und Ausland haben in der Jagdschule Grambow das Grüne Abitur abgelegt – Dr. Helmut Herbold kennt sie alle.


von
09. Mai 2019, 12:00 Uhr

„Ich kann alles, außer Hochdeutsch.“ Einer der Standardsätze von Dr. Helmut Herbold. Im Grambower Arbeitsalltag ist das kein Problem. Der Diplom-Forstwirt und Schulungsleiter der Jagdschule gehört mittlerweile zum Inventar. Seit 1997 ist er auf Gut Grambow zu Hause – in Teilzeit. Denn eine Woche im Monat pendelt er aus, in die Heimat nach Baden-Württemberg. Doch er kommt seit 22 Jahren immer wieder gern zurück: „Hier in Mecklenburg geht einem als Naturliebhaber das Herz auf.“

Schon mit dem Großvater auf der Pirsch

Seit 43 Jahren hat er den Jagdschein, ist als kleiner Junge schon gern mit dem Großvater auf die Pirsch gegangen. Seinen ersten Jagdrucksack hatte er mit drei Jahren. Auch ein Dackel war drin. Der mit dem Knopf im Ohr aus Plüsch.

An seine eigene Prüfung kann sich Dr. Helmut Herbold noch gut erinnern. Wie damals typisch, gab es den Unterricht in einer Hinterstube in einem Gasthof. Zwei Frauen waren dabei. „Das waren noch ganz böse Zeiten. Einer wurde vorgeworfen, sie sei ein Flintenweib. Die Lehrer haben sie böse verbal angegriffen“, erzählt er und ist auch heute noch entsetzt. „Das hat sich zum Glück geändert“, sagt er erleichtert.

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35 Prozent der Schüler sind Frauen

Seit 1993 bildet Dr. Helmut Herbold Jagdschüler aus. Auch Frauen. Mittlerweile liege der Anteil in der Grambower Jagdschule bei 35 Prozent. „Frauen sind besonnener. Sie lassen öfter den Finger lang“, erklärt der Schulungsleiter.

Nicht die Anzahl der Schüsse macht einen guten Jäger aus, sondern das Gegenteil.

Dr. Helmut Herbold

 

Das ist es, was auch er den Schülern beibringt – sowie die Grundlagen der Jagd. Und alles möglichst praxisnah. Das ist auch das Ansinnen von Hans-Martin Lösch. Er ist der Eigentümer des Gutes und hat auch die Jagdschule aus der Taufe gehoben.

Mehr als 400 Schüler legen jährlich Grünes Abitur ab

Dr. Helmut Herbold lernte ihn Anfang der 1990er-Jahre kennen. „Er erzählte mir, er hätte einen kleinen Bauernhof in Mecklenburg und noch leerstehende Gebäude, da könnte man eine Jagdschule einrichten. Ich war sofort begeistert und habe zugesagt.“ 1997 hat er dann in Grambow die Jagdschule mit aufgebaut. Mittlerweile sind es mehr als 400 Leute, die das Grüne Abitur in Grambow jährlich ablegen. Die jüngsten sind knapp 16 und der älteste Schüler war 81 Jahre alt.

„Wer das wirklich will, der schafft es auch“, ist er überzeugt und kann sich nur an zwei Fälle erinnern, die die Prüfung nicht geschafft haben. „Einer hat so sehr mit den Zähnen geklappert, wenn er die Waffe in der Hand hatte, dass wirklich nichts mehr ging. Er hat dann den Traum von der Jagd aufgegeben.“

Dr. Helmut Herbold hat ein prall gefülltes Repertoire an kuriosen und amüsanten Geschichten. Doch die behält der Schulungsleiter für sich. Eine lässt er sich dann aber doch entlocken: „Ich hatte einen Schüler, der bei der Frage nach fünf verschiedenen Enten-Arten auch die Tiger-Ente aufzählte. Aber bei uns wird keiner ausgelacht“, versichert Herbold.

Anekdoten über prominente Jagdschüler bleiben geheim

Er habe kurz überlegt, ein Buch zu schreiben, doch das schnell wieder verworfen. „Alles, was hier passiert, bleibt hier“, sagt er mit Nachdruck. Und auch zu den Prominenten, die in Grambow die Jagdprüfung abgelegt haben – einer von ihnen war FDP-Chef Christian Lindner – will Herbold nichts sagen. „Bei uns ist jeder Schüler etwas Besonderes“, sagt Herbold und schaut noch einmal kurz auf sein Handy. Im Zehnminutentakt flattern in diesen Tagen die Meldungen ein: Bockjagdsaison. „Sie schicken mir alle ihre Bilder“, sagt er und erzählt dann auch von seinen ganz persönlichen Jagderfolgen. Seine zwei Böcke hat er gestreckt. „Jetzt hat das Rehwild erst einmal wieder Ruhe vor mir.“ Doch so ganz stimmt das nicht. Jedenfalls gedanklich oder mit dem Fotoapparat ist Dr. Helmut Herbold, der auch übers Rehwild promoviert hat, im Revier unterwegs.

Eine kleine Auswahl der besten Ergebnisse seiner zweiten Passion – der Naturfotografie – präsentiert er am Sonnabend der Öffentlichkeit. Dann können die Schüler, die aus dem gesamten Bundesgebiet wie den benachbarten europäischen Ländern kommen, seine Leistung bewerten. Denn es wird gefeiert: 26 Jahre Gut Grambow und 21 Jahre Jagdschule. Es gibt ein Programm rund um die Jagd, die Hunde sowie die Land- und Forstwirtschaft auf dem gesamten Gelände.

>> Großes Fest zu 26 Jahre „Gut Grambow“ und 21 Jahre Jagdschule

Sonnabend ab 10 Uhr:

  • Jagdhund und Fliegenfischen-Show, Moorführungen
  • Livemusik, Jagdhundbläser
  • Buffet „Wild auf Wild!“ vom Team der „Schmiede 16“ sowie den Brüdern Eggert aus Berlin
  • Kunstausstellung mit Fotos von Helmut Herbold und Wildlife Artist Ashley Boon
  • Rigby-Großkaliberschießen
  • Tanz & Grillparty – Party ab 19 Uhr unter dem Motto „Kilt trifft Lederhose“

„Ich kann alles, außer Hochdeutsch.“ Einer der Standardsätze von Dr. Helmut Herbold. Im Grambower Arbeitsalltag ist das kein Problem. Der Diplom-Forstwirt und Schulungsleiter der Jagdschule gehört mittler...

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