Wiligrad : Eine dreifache Hommage

Unter dem Titel „Dreiklang“ zeigt die Frühjahrsausstellung in Wiligrad Arbeiten der Berliner Künstlerfamilie Metzkes in verschiedensten Genres

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15. April 2019, 08:55 Uhr

Wiligrad | Neuland für beide Seiten. Erstmals stellen beim Kunstverein im Wiligrader Schloss drei Künstler aus Berlin aus, abwechslungsreich, da drei verschiedene Kunstrichtungen sich hier treffen. Es ist eine dreifache Hommage. Vornan steht der international geschätzte Maler Harald Metzkes, der erst unlängst seinen 90. Geburtstag feiern konnte. Dann exzellente Textilarbeiten von Elrid Metzkes, Frau des Maler, die 2014 verstorben ist und dazwischen die Werke des Sohnes, Bildhauers Robert Metzkes. Auch er hatte kürzlich den entscheidenden 65. Geburtstag.

Vater und Sohn zeigten sich zur Vernissage beeindruckt von den Wiligrader Aktivitäten. Gemälde, Zeichnungen, Goebelins, Patchworks und Plastiken der Künstlerfamilie geben sich hier ein Stelldichein in einem spannungsreichen Flair. Die unterschiedlichen Kunstrichtungen in den feinsinnigen Darstellungen schaffen einen reizvollen Gleichklang von ästhetischer Harmonie. Das ist jedoch nicht mit Idylle zu verwechseln.

Gemeinsame Lebenserfahrungen, geistige Nähe, gegenseitige Achtung haben wohl zu solch herausragender Prägung geführt. Das wird besonders deutlich im Hinblick auf die Wahl der Motive. Wahre Bildergeschichten hat Harald Metzkes, Mitbegründer der sogenannten „Berliner Schule“ geschaffen. Immer wieder tauchen Figuren aus dem reichen Fundus seines gemalten „Welttheaters“ in Werken der Familienmitglieder auf. So auch in den gewebten Gobelins mit figürlichen Szenen von Elrid Metzkes. Und plötzlich stehen oder sitzen lebensgroße Terrakottafiguren von Robert Metzkes, die Blickfänge.

Schon früh fiel seine Vorliebe für eine selten gewordene Technik auf. Einerseits versichert er sich einer erfolgreichen Traditionslinie seit der italienischen Renaissance, andererseits zieht es ihn in die Gegenwart. „Die Spannung zwischen Kunstgestalt und Natur, Abbild und Abstraktion prägt seine ästhetische Haltung“, ist nachzulesen. Das ist aber nicht der Berufswunsch des Vaters gewesen, berichtet Robert in einem Gespräch. Er sollte doch etwas ordentliches lernen, studieren. Doch er setzte sich durch und erregt damit heute Aufsehen. Neben ganz figürlichen Porträts von Gehenden, Sitzenden oder Liegenden sind auch Porträtbüsten ausgestellt. Man wandelt zwischen Menschen und Porträts in der Galerie. Ein geradezu ungewöhnliches Gefühl. In allen Kunstwerken existiert ein feiner Humor, niemals vordergründig.

Zur Künstlerfamilie zählt auch die Berliner Flötistin Ute Metzkes, die zur Ausstellungseröffnung verschiedene Werke sehr sensibel vortrug. Kunstwissenschaftlerin Dr. Hela Baudis war nicht nur in den Ateliers und sucht die hier gezeigten Werke aus, sondern führte in die Ausstellung ein.

Sie kann bis zum 10. Juni besucht werden, dienstags bis sonnabends von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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