Crivitz : Besuch aus Tansania infomiert sich über Müll

Auf Pemba staunten die Crivitzer über die Müll-Mengen an um Dorf und Strand. In Schwerin staunten die Tansanier über die Müllberge, die allein die Stadt produziert.
Auf Pemba staunten die Crivitzer über die Müll-Mengen an um Dorf und Strand. In Schwerin staunten die Tansanier über die Müllberge, die allein die Stadt produziert.

Crivitzer Gymnasiasten empfangen ihre Partnerschüler aus Afrika.

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01. Juli 2019, 05:00 Uhr

„Bei euch ist es jetzt so heiß wie bei uns“, sagt Fatma aus Tansania am Sonnabend im Galeriekino Banzkow. Die Lehrerin von der Insel Pemba mit einem Doktorgrad in Informatik schmunzelt ein wenig darüber, dass hier in Mecklenburg-Vorpommern alle über die Hitze stöhnen. „Ja, auch bei uns wird es jetzt heißer als sonst“, sagt sie. Fatma, die für das tansanische Bildungsministerium arbeitet, ist zusammen mit einer Gruppe von neun Schülern und zwei weiteren Lehrern seit zwei Wochen zu Besuch in Crivitz.

Im Herbst 2018 waren elf Schüler des Gymnasiums „Am Sonnenberg“ zu Gast auf der Insel Pemba bei Sansibar. Die Jugendlichen hatten dort ein Projekt zum Umgang mit Plastikmüll initiiert, nachdem sie Unmengen davon auf der Insel und am Strand entdeckt hatten. Der Gegenbesuch ihrer tansanischen Partner war lange ungewiss, da das Geld dafür gestrichen worden war (SVZ berichtete). Doch dann machten sich die Projektleiter Susanne Bliemel und Matthias Hoffmann erfolgreich auf die Suche nach Fördermitteln. Durch einen Spendenaufruf auf der Crowdfunding-Plattform der Wemag kam dann auch das restliche Geld für die Reise der gesamten Gruppe zusammen.

Schafften es, das Geld für den Gegenbesuch der Tansanier zusammen zu bekommen: die Organisatoren Susanne Bliemel, matthias Hoffmann und Helen Paul (v. r.)
K. Frick

Schafften es, das Geld für den Gegenbesuch der Tansanier zusammen zu bekommen: die Organisatoren Susanne Bliemel, matthias Hoffmann und Helen Paul (v. r.)

 

„Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat an solchen internationalen Schulpartnerschaften großes Interesse. Gerade wenn es dabei um Plastikvermeidung und Klimaschutz geht“, sagte Bernhard Schwarz auf dem Abschiedsfest in Banzkow. Schwarz ist in der Staatskanzlei für Entwicklungshilfe verantwortlich. Er entschuldigte die Ministerpräsidentin, weil sie nicht – wie versprochen – die tansanischen Gäste im Landtag empfangen konnte.

Richtete Grüße von Manuela Schwesig aus: Bernhard Schwarz.
K. Frick

Richtete Grüße von Manuela Schwesig aus: Bernhard Schwarz.

 

Zustande kam das Partnerprojekt durch die Initiative von Salim, Englischlehrer auf Pemba. „Er ist vor drei Jahren zu mir gekommen und hat nach einer Partnerschaft mit einer Schule in MV gefragt“, erklärt Helen Paul. Die gebürtige Engländerin, die seit 42 Jahren in Deutschland lebt, arbeitet für den Verein „Sisi Pamoja“ mit Sitz in Ludwigslust. Neun Jahre ihres Lebens hat sie in Tansania verbracht. Sie schob die Kooperation mit dem Gymnasium Crivitz an.

Englischlehrer Salim suchte nach einer Partnerschule.
K. Frick

Englischlehrer Salim suchte nach einer Partnerschule.

 

Einer der Programmpunkte der Gruppe in den vergangenen zwei Wochen war der Besuch des Schweriner Abfallwirtschaftsbetriebes SAS. Die tansanischen Gäste staunten über die Müllberge, die allein die Stadt Schwerin produziert. Ein großer Teil davon wird recycelt. Lehrer Salim fragte die SAS-Mitarbeiter, ob solche Anlagen zum Müll-Recycling nach Tansania übertragen werden könnten. Grundsätzlich sei das möglich, dafür müsste die tansanische Regierung jedoch Kontakt mit dem SAS aufnehmen, war die Antwort. „Ich stehe in engem Kontakt mit dem tansanischen Bildungsministerium. Die warten dort auf meinen Bericht. Sofort, wenn ich zurückkomme, werde ich mit ihnen darüber reden“, erklärte der Englischlehrer der SVZ.

Für die Jugendlichen waren vor allem die Erlebnisse in ihren Gastfamilien einprägsam. Miriam wird die Bootsfahrt über den Pfaffenteich nie vergessen, Rahima den Besuch im Zoo.

Besonders gastfreundlich: die Familie Heyden.
K. Frick

Besonders gastfreundlich: die Familie Heyden.

 

Beide waren bei Kim Heyden zu Gast. Isabel Wurlichs Gastschülerin wird an den Besuch an der Ostsee zurück denken.

Feierten zusammen Party: Ole mit Said.
K. Frick

Feierten zusammen Party: Ole mit Said.

 

Ole und seinem Gast Said war die Trauer über den kommenden Abschied anzumerken: „Das tollste war die Party zum 18. Geburtstag von Oles Freund gestern“, schwärmte der Jugendliche. „Er hat die ganze Nacht durchgetanzt“, verriet Ole.

Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm überreichte Gastgeschenke

Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm überreichte Gastgeschenke

 

 Lehrer Salim dankte den Crivitzern für die herzliche Aufnahme: „Das hätten wir nie erwartet.“

 

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

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