Beschwerden von Anwohnern : Weitere Probleme bei Starkregen in Crivitz

von 10. November 2020, 16:00 Uhr

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Bleibt vom Starkregenproblem nicht verschont: Im Zapeler Weg stehen die Gärten bei heftigem Niederschlag unter Wasser.
Bleibt vom Starkregenproblem nicht verschont: Im Zapeler Weg stehen die Gärten bei heftigem Niederschlag unter Wasser.

Nun kommen in Crivitz auch Klagen von Einwohnern aus dem Zapeler Weg. Stadt sucht dauerhafte Lösung im Kampf gegen die Wassermassen

Land unter in Crivitz. Überflutete Straßen, voll gelaufene Schächte und Keller. Dieses Bild zeigt sich bei Starkregen immer wieder. Vor allem in der „Hölle“, wie der tiefste Punkt in der Altstadt in der Parchimer Straße Ecke Gartenstraße genannt wird, und in der Neustadt müssen die Bewohner und die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr häufig gegen große Regenwassermengen ankämpfen. Das ist nicht neu. Doch nun kommen auch Klagen aus dem Zapeler Weg. Erst kürzlich hatte eine Crivitzerin bei der Sitzung der Stadtvertreter in der Einwohnerfragestunde die Situation vor Ort bemängelt. Weiterlesen: Regenwasserproblem in Crivitz: „Hölle“ unter Wasser Bürgermeisterin versucht Problem seit Jahren zu lösen Das Problem ist nicht nur, dass das Wasser von den Bahngleisen aus stets bergab in die Straße läuft und sich dort ansammelt. Sondern auch, dass ein längerer Abschnitt bis zu den Bahngleisen unbefestigt ist. Dadurch spült das Regenwasser Sand mit sich, der die Schächte verstopft. Die Folge: Das Wasser staut sich noch schneller im Zapeler Weg und dringt in die Vorgärten der Bewohner ein, was ebenfalls die Feuerwehr bestätigen kann. „Wir wurden in diesem Jahr bei Starkregen tatsächlich bereits in den Zapeler Weg gerufen, weil die Straße unter Wasser stand und Gullis hochgedrückt wurden“, berichtet Amtswehrführer Markus Eichwitz. „Allerdings war die Situation dort nicht so schlimm wie in der Innenstadt, wo die Regenmengen sogar in Häuser eindringen.“ Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm ist mit der Regenwasserproblematik der Stadt vertraut. Seit mehreren Jahren versucht sie unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Schweriner Umland dem Ganzen Herr zu werden. Sowohl die Tal-Lage als auch die teils veralteten, noch aus DDR-Zeiten stammenden Regenwassersysteme spielen ihnen dabei nicht gerade in die Hände. Dennoch hat sich schon einiges getan: Eine „Regenwassergruppe“ mit Stadtvertretern und Mitgliedern des Umweltausschusses wurde gebildet, Kanäle wurden saniert und Versickerungsschächte installiert. Weiterlesen: Stadt will „Hölle“ trockenlegen Summe für notwendige Arbeiten derzeit nicht stemmbar Von der schwierigen Lage im Zapeler Weg hat die Verwaltungschefin in der Einwohnerfragestunde das erste Mal gehört, wie sie erklärt. „Bis zu dem Zeitpunkt war mir das nicht bekannt. Daher hatte der Zapeler Weg bisher bei uns auch nicht Priorität“, sagt die Bürgermeisterin, die den Handlungsbedarf trotzdem erkannt hat. Bauhofleiter Gerhard Molzahn habe sich bereits ein Bild vor Ort gemacht, zudem sei eine Begehung mit einem Straßenbau-Ingenieur erfolgt und Gespräche mit den Anliegern würden laufen. „Außerdem haben wir einen ersten Kostenvoranschlag eingeholt, um zu schauen, welche Summe auf uns zukommen würde, wenn wir den unbefestigten Abschnitt des Weges asphaltieren und mit einem Regenentwässerungssystem ausstatten lassen würden“, führt Britta Brusch-Gamm aus. Das Ergebnis: an die 300 000 Euro. Ein Betrag, der derzeit nicht gestemmt werden kann. Für ein anderes Problem gibt es eine positive Nachricht Eine sofortige Lösung gebe es daher nicht, macht die Bürgermeisterin deutlich. Auch, weil noch ungeklärte Fragen im Raum stehen: Soll der unbefestigte Abschnitt der Straße direkt asphaltiert werden oder gibt es eine kostengünstigere Lösung? Könnten zum Beispiel Regenwassergräben an der Seite des Weges angelegt werden? „Um das zu klären, wollen wir uns demnächst mit einem Fachbüro verständigen. Wichtig ist bei allem, dass es keine Notlösung, sondern eine dauerhafte wird“, berichtet Britta Brusch-Gamm weiter und verweist außerdem darauf, dass Anwohner verpflichtet seien, dafür zu sorgen, dass Regenwasser von ihren Grundstücken nicht auf öffentliche Plätze laufe. Dennoch kann die Verwaltungschefin eine gute Nachricht verkünden. Und zwar für das Problemviertel Neustadt. So soll der Containerplatz in der Straße der Freundschaft bald verlegt werden, damit an dieser Stelle im Notfall die Wassermassen aufgefangen werden können und nicht mehr in den darunter liegenden Garagenkomplex fließen....

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