Rubow : Gutshaus bitte wachküssen

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Vom Park aus Freiherr Francis von Türckheim-Böhl sucht einen Schlossherren für Rubow.
Vom Park aus Freiherr Francis von Türckheim-Böhl sucht einen Schlossherren für Rubow.

Freiherr Francis von Türckheim-Böhl sucht einen Eigentümer für sein Gutshaus in Rubow

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26. August 2019, 12:00 Uhr

Noch immer hat das Gutshaus einen dominierenden Platz im Ort. Doch die Zeiten, in denen im und um das Haus frohes Lachen und Musik zu hören waren, sind fast vergessen. Lediglich einige der Einwohner schwärmen noch von den Parkfesten. Viele der neu hinzugezogenen nehmen lediglich den grauen Koloss mit den kaputten Fensterscheiben wahr. Traurig.

Besitzer sucht neuen Eigentümer

Das meint auch Besitzer Freiherr Francis von Türckheim-Böhl. Schon lange sucht er nach einem neuen Eigentümer. 1992 kam er aus dem Süden Deutschlands nach Rubow. 1862 hatte einer seiner Vorfahren das Gut gekauft. Bis zum Jahr 1945 war es in Familienbesitz. „Der Gutsbesitzer war mein Großonkel, er musste flüchten“, erinnert Francis von Türckheim-Böhl. Bilder aus den guten alten Tagen des Hauses gab es keine. Der Onkel hatte bei seiner Flucht nichts mitnehmen können.

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Francis von Türckheim-Böhl hat erst Anfang der 1990er-Jahre vom Gut erfahren. Er kam als Wiedereinrichter, war nur an den Flächen interessiert: „Das Haus war noch in Nutzung der Gemeinde. Als es einige Jahre später für eine Mark in der Zeitung stand, wollten ich und auch mein Vater nicht, dass es in fremde Hände kommt.“ Er kaufte es. Jedoch für 30 000 Mark. Und seitdem liegt das Haus in einem Dornröschen-Schlaf und wartet auf den Prinzen, der es wachküsst. „Ich bin es nicht. Ich bin Landwirt, kein Hotelier“, sagt der 49-Jährige.

„Es waren immer Kängurus: Große Sprünge und nichts in der Tasche“

In den vergangenen Jahren wurden ihm zahlreiche Ideen für das Haus vorgestellt. „Es waren immer Kängurus: Große Sprünge und nichts in der Tasche“, fasst sein Vater Charles- Joseph von Türckheim-Böhl es zusammen. Immerhin lassen die Wohnfläche von 1200 Quadratmetern und das Grundstück mit drei Hektar reichlich Platz für Träume. „Kaufen und einziehen ist so schnell aber nicht möglich. Die Elektrik, die sanitären Anlagen und Heizung müssen neu. Wir haben stets dafür gesorgt, dass das Dach dicht ist und die Regenrinnen frei sind“, sagt Francis von Türckheim-Böhl.

Aktuell gibt es wieder zwei Interessenten, verrät der Rubower. Er würde das Haus dem neuen Besitzer gern auf Basis eines Erbpachtvertrages überlassen. Bürgermeister Andreas Schwarz würde sich freuen, wenn Rubow wieder zu altem Glanz verholfen wird: „Wir als Gemeinde unterstützen gern.“

Hintergrund: Besitzverhältnisse bis 1945

1726 - 1784: Joachim von Sperling
1784 - 1792: Adolf Ludwig von Spörken
1792 - 1805: Hofrat Gottlieb Schnelle
1805 - 1833: Joh. Christian Bartels, Joachim August Christ. Bartels
1833 - 1880: Carl Friedrich Eugen von Storch
1880: Rudolf J. von Böhl
1901: Rudolf Johannes und Robert von Langen
1901 - 1945: Rudolf und Fritz von Böhl
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