Heldenserie : Im Einsatz für die Feuerwehr: Die Familie muss auch bei Andreas Dauck mitspielen

Helm auf und los: Seit 1992 ist Andreas Dauck aktiv bei der Feuerwehr. Er leitet die Brandschutztruppe in Plate und zudem die Amtsfühungsgruppe.
Helm auf und los: Seit 1992 ist Andreas Dauck aktiv bei der Feuerwehr. Er leitet die Brandschutztruppe in Plate und zudem die Amtsfühungsgruppe.

Das Ehrenamt der freiwilligen Brandschützer verlangt nicht nur den Mitgliedern viel Zeit ab, sondern auch den Partnern Verständnis.

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26. August 2019, 20:00 Uhr

Der letzte Alarm liegt erst wenige Stunden zurück. Gasgeruch. Zum Glück nicht so schlimm wie befürchtet. Andreas Dauck konnte zu Hause bleiben. Die Kollegen aus Sukow haben das Problem selbst geklärt. Doch bei großen Schadenslagen, wie es im Feuerwehrjargon heißt, muss er mit raus. Als Leiter der Amtsführungsgruppe des Amtes Crivitz gehört er zu einer 25-köpfigen Truppe, die aushilft, wenn die Einsätze in einer der anderen Gemeinden des Amtes zu groß werden. Und gleichzeitig aber der Brandschutz in den Gemeinden noch abgesichert ist.

Im Einsatz zählt jede Minute

„Als in Peckatel der große Hausbrand war, habe ich selbst gemerkt, wie gut so eine Einheit ist“, erinnert er sich der Plater Wehrführer. Als Einsatzleiter vor Ort sei es jedes Mal ein großer Spagat zwischen Koordinierung der Kräfte und der Bürokratie. Jeder Schritt müsse nicht nur genau überlegt, sondern auch dokumentiert werden. Die Amtsführungsgruppe übernimmt beispielsweise die Funk-Koordinierung, das Einsatztagebuch und legt auch die Lagekarte an. „Das klingt für Außenstehende vielleicht unspektakulär, aber im Einsatz zählt jede Minute und das schafft dem Einsatzleiter wirklich viel Luft“, betont Andreas Dauck. Seit gut einem Jahr gibt es diese Einheit auf Amtsebene ebenso wie die Atemschutznotfall trainierte Staffel, der aktuell fünf Mitglieder angehören.

Seit 27 Jahren im Dienst der Feuerwehr: Andreas Dauck, Wehrführer in Plate.
Katja Müller

Seit 27 Jahren im Dienst der Feuerwehr: Andreas Dauck, Wehrführer in Plate.

 

Beim Großbrand in Lübtheen war auch die Crivitzer Amtsführungsgruppe vertreten. Andreas Dauck war vier Tage vor Ort. „Wir haben kein Feuer gesehen, waren vorrangig für die Sicherung der geräumten Ortschaften zuständig, aber auch das ist unser Job als Feuerwehrmänner und -frauen. Es muss nicht immer gelöscht werden“, sagt er mit Nachdruck und erzählt von der großen Dankbarkeit der Menschen vor Ort. „Der Einsatz, so schlimm er für die Menschen und Brandschützer war, hat aber gezeigt, dass es uns braucht.“

Großer Rückhalt in der Gemeinde

In den vergangenen Jahren hat auch Andreas Dauck erlebt, dass nicht alle in der Bevölkerung Verständnis für dieses Ehrenamt haben. „In unserer Gemeinde ist das nie so gewesen“, versichert er. Als Gemeindearbeiter ist der Bürgermeister sein Dienstherr. „Da gab es gar keine Diskussion, ob ich nach Lübtheen fahren kann. Ganz im Gegenteil“, erzählt er.

Doch Andreas Dauck kenne auch die Geschichten der anderen. Ärger mit Arbeitgebern. Klischees über über biertrinkende und skatspielende Uniformträger. „Es ist schade, dass immer erst etwas passieren muss, bis die Menschen erkennen, wie wichtig auch eine Feuerwehr ist“, sagt er mit Nachdruck.

Sehr dankbar für die Unterstützung

Dankbar ist er aber nicht nur für die Einsicht der anderen, sondern ganz besonders für die Unterstützung seiner Familie. „Wenn du drei bis vier Tage in der Woche trainierst, dich weiterbildest, Sachen für die Wehr organisierst, muss die eigene Familie zurückstecken und viel Verständnis haben. Ich habe eine tolle Frau, die das mitmacht. Dafür bin ich sehr dankbar“, betont der Plater.

Bleibt bei all den Aufgaben als Wehrführer und Leiter der Amtswehrführungsgruppe noch Zeit für Hobbys? „Ja, klar. Die Feuerwehr“, sagt er und lacht. Und sein Wunsch für die Zukunft? „Dass alle Brandschützer immer wieder unversehrt von ihren Einsätzen zurückkommen und die Aktiven weiterhin mit so viel Eifer bei der Sache sind.“

Ein Landkreis sagt danke: Alle Einsatzkräfte, Helfer und Anwohner sind am 7. September auf den Festplatz nach Lübtheen eingeladen.

>> Eine große Feier für die Retter

 
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