Crivitz : Ulonska liest „Mein Kampf“

Historiker und Schauspielerin zeigen Parallelen von Hitlers Werk zur Gegenwart

svz.de von
06. Mai 2019, 05:00 Uhr

Am Mittwoch kommt es im Crivitzer Gymnasium zu einer ungewöhnlichen Begegnung. Die Schauspielerin Marlen Ulonska liest neben dem Historiker Roman Töppel aus Hitlers „Mein Kampf.“ Zu der kostenlosen Lesung am 8. Mai, ab 18 Uhr, sind sowohl Schüler als auch alle interessierten Crivitzer eingeladen.

Die aus Schwerin stammende Schauspielerin wird im Laufe der Veranstaltung drei Textabschnitte aus dem politischen Werk des Diktators vorlesen. Nach jeder Passage wird Historiker Töppel das Geschriebene in Bezug zur damaligen Zeit setzen und erklären, was Adolf Hitler damit bezwecken wollte.

„Das Buch war damals sehr beliebt. Aber die Menschen waren nicht etwa dümmer als wir heute“, sagt Töppel zur Aktualität des Buches. Der Historiker meint, dass unter bestimmten Rahmenbedingungen auch heute noch viele Menschen solch extremen Ideologien folgen würden.

Grundlage der Lesung ist die vor drei Jahren herausgegebene kommentierte Fassung zu Hitlers Schrift. Auf knapp 2 000 Seiten haben Töppel und weitere Wissenschaftler des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin die Schrift „Mein Kampf“ mit mehreren Hundert wissenschaftlichen Studien beurteilt. Jede Seite aus dem Original steht einer Seite mit wissenschaftlichen Arbeiten zu dem Inhalt gegenüber.

„Es gibt Stellen, an denen man über Hitlers Anschauungen schon lachen kann. Dann gibt es aber wieder Abschnitte, wo er genau beschreibt, wie er die Menschen verführen will“, sagt Töppel. Die Lesung wird von der Friedrich-Naumann-Stiftung finanziert und findet in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Crivitz statt.

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