Crivitz : Ein Verein für den Tierschutz

Sonst sammelt Andrea Jerratsch (r.) streunende kranke Katzen auf, aber Katty rettete sie im Urlaub aus einer spanischen Tötungsstation. Mit Katrin Kraufmann will sie einen Tierschutzverein gründen.
Sonst sammelt Andrea Jerratsch (r.) streunende kranke Katzen auf, aber Katty rettete sie im Urlaub aus einer spanischen Tötungsstation. Mit Katrin Kraufmann will sie einen Tierschutzverein gründen.

Neuer Verein will Ansprechpartner für alle Fragen zu nicht artgerecht gehaltenen und ausgesetzten Tieren oder streunenden Katzen sein

svz.de von
02. Mai 2019, 12:00 Uhr

Crivitz | „Es gibt in Crivitz und Umgebung kein Tierheim und keinen Tierschutzverein“, erklären Katrin Kraufmann und Andrea Jerratsch. Deshalb wollen sie gemeinsam mit bisher sechs weiteren Crivitzer Tierfreunden Abhilfe schaffen und einen solchen Verein gründen. „Wir werden aber keine Tiere aufnehmen“, erläutert Jerratsch, die jahrelang ehrenamtlich im Tierheim Roggendorf arbeitete. „Aber wir wollen Ansprechpartner sein für alle, die ein ausgesetztes Tier finden. Wir werden versuchen zu helfen, für die Tiere ein neues Zuhause zu suchen.“ Möglichst noch, bevor sie auf die Straße gesetzt werden.

Rat und Hilfe vom Verein

Menschen, die sich einen Hund, eine Katze oder auch ein Pferd zulegen und nach einiger Zeit feststellen, dass der tierische Mitbewohner nicht das Richtige für sie ist, sollen sich beim neuen Verein Rat und Hilfe holen können. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Leute schon vor der Anschaffung eines Tieres zu beraten“, sagt Katrin Kraufmann. Kann ich einen Vierbeiner artgerecht unterbringen? Kann ich mich um das Tier angemessen kümmern? Kann ich die Haltung überhaupt bezahlen? „Das sollen Fragen sein, die wir zusammen mit den Menschen im Vorfeld beantworten wollen“, so Kraufmann.

Der neue Verein will außerdem Beratung zu verletzt aufgefundenen Wildtieren geben. Das würde bisher kaum jemand in der Region leisten. Aber auch hier werden Bussarde oder Igel durch Autos verletzt. „Wir geben zudem Hilfestellung beim Umgang mit Schwalbennestern“, verspricht Kraufmann. Der Schwalbenkot würde viele Menschen stören, so dass Nester einfach abgeschlagen werden. Dieser Umgang mit den brutplatztreuen Sommerboten ist jedoch eine Straftat und hat unter anderem zu immer weniger Nist- und Nahrungsmöglichkeiten für Schwalben geführt.

Insekten sind für Katrin Kraufmann, Andrea Jerratsch und ihre Mitstreiter genauso wie andere Tiere schutzbedürftig. Zur bienenfreundlichen Anlage von Gärten und Balkonen wollen sie ebenfalls Tipps geben.

Problem der streunenden Katzen

Ein wichtiges Thema wird für sie auch das Problem der streunenden Katzen sein. „Viele füttern Katzen einfach, kümmern sich aber sonst nicht um sie“, kritisiert Jerratsch. Die Crivitzerin hält seit 45 Jahren Katzen, im Moment sind es fünf. Vier davon waren kranke Streuner, die sie mit nach Hause nahm und aufpäppelte. Eine brachte sie aus ihrem Urlaub mit, wo sie sie aus einer spanischen Tötungsstation rettete. „In den südeuropäischen Ländern werden streunende Tiere eingefangen und getötet, wenn sie nicht innerhalb von 14 Tagen vermittelt werden“, erzählt sie. „Hier zum Glück nicht. Aber streunende Katzen, die sich unkontrolliert vermehren, können Krankheiten verbreiten. Außerdem geht es vielen nicht gut.“ Deshalb will der Verein Spenden sammeln, um die Kastration der Streuner zu bezahlen.

Der neue Verein sucht noch Mitstreiter. Das nächste Treffen findet am 29. Mai um 18 Uhr im Bürgerhaus Crivitz statt. Anmeldungen unter 0152/519 65 803.

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