Leader-Förderung : Volkshaus Mecklenburg: Kein Geld für Crivitzer Ideen

Um aus dem Volkshaus Mecklenburg in Crivitz einen kulturellen Treffpunkt zu machen, bemüht sich Roland Peek mittlerweile um Spendengelder im Internet.
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Um aus dem Volkshaus Mecklenburg in Crivitz einen kulturellen Treffpunkt zu machen, bemüht sich Roland Peek mittlerweile um Spendengelder im Internet.

Lokale Aktionsgruppe Warnow-Elde-Tal beschließt Projekte, hat aber keine Fördermittel mehr

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30. November 2019, 05:00 Uhr

Ein kultureller Treffpunkt mit Theater und einer Gaststätte mit Mittagessen – das sind die Pläne für das Volkshaus Mecklenburg in Crivitz. Der erfahrene Schauspieler Roland Peek hat sich mit seinem Projekt bei der Lokalen Aktionsgruppe Warnow-Elde-Land, kurz LAG, beworben, die als Bestandteil des europäischen Leader-Programmes Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft unterstützt.

Kein Budget für die Umsetzung

14 Projekte haben die Verantwortlichen für 2020/2021 ausgewählt, darunter auch die Sanierung des Pinnower Pfarrhauses oder das Konzept „Lieblingswege im Crivitzer Land“. Doch das Budget für die Umsetzung fehlt. „Uns war von Anfang an bewusst, dass wir nur wenige Ideen umsetzen können“, sagt Kristin Hormann, Regionalmanagerin der LAG Warnow-Elde-Land. „Denn wir befinden uns im letzten Jahr der aktuellen Förderperiode, da sind kaum noch Gelder da.“

Sie rechne damit, dass 120 000 bis 130 000 Euro zur Verfügung stehen, insgesamt werden aber 1,4 Millionen Euro gebraucht. „Damit können wir zunächst das Siegerprojekt, den Aufbau von Sternenbeobachtungsplätzen im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide finanziell unterstützen und eventuell einen Teil in die Show-Backstube von Bäcker Behrens in Plau am See fließen lassen.“ Doch dann sei Schluss. Zunächst.

Mehr Projekte als Fördermittel

Denn auch in der Vergangenheit seien oft mehr Projekte ausgewählt worden als Fördermittel vorhanden. „Das hat uns das Landwirtschaftsministerium des Landes empfohlen“, sagt Hormann. „Denn das Leader-Geld kommt aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds und wenn der Anteil, den Mecklenburg-Vorpommern erhält, am Ende der Förderungsperiode noch nicht komplett abgeholt wurde, können die Mittel umgelenkt werden.“

Im vergangenen Jahr sei es so gelungen, tatsächlich alle 24 ausgewählten Projekte zu unterstützen, auch wenn zu Beginn nur Geld für zehn Ideen da war. Die Regionalmanagerin denkt stets positiv, räumt aber ein, dass es 2020/2021 schwierig werde, alle zufriedenzustellen. „Die privaten Träger sind schon sehr enttäuscht, das bedrückt uns natürlich auch.“ Ihnen werde nun geholfen, andere Förderungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen, Stiftungen zu kontaktieren, um die Projekte umsetzen zu können.

Doch die Sache hat auch etwas Gutes

„Sie zeigt, dass wir bekannter geworden sind in der Region, weil wir deutlich mehr Anträge erhalten als zu Beginn unserer Arbeit im Jahr 2014. Da hatten wir teilweise nicht genügend Projekte, die alle Kriterien erfüllen“, erklärt Kristin Hormann. In der von den verschiedenen Lokalen Aktionsgruppen des Landes ausgearbeiteten Regionalentwicklungsstrategie sind die Vorgaben festgeschrieben, die die Projekte erfüllen müssen.

Bis zum 30. Juni hatten die Träger Zeit, sich zu bewerben. „Seither haben wir gemeinsam an der Qualifizierung der Ideen gearbeitet“, so die Regionalmanagerin. Auf einer Versammlung haben die 37 Mitglieder, die aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens kommen, dann über die Projekte entschieden. Zehn der Maßnahmen sind dem Bereich Tourismus und regionale Wertschöpfung zuzuordnen, vier Projekte erhalten die Lebensqualität in der Region.

 

Hintergrund: Die Projekte

1. Aufbau von Sternenbeobachtungsplätzen im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide
2. Show-Backstube mit Café in Plau am See
3. Produzentengalerie/Künstlerwerkstatt der Stadt Lübz
4. Wanderwegekonzept „Lieblingswege im Crivitzer Land“
5. Wangeliner Garten macht Zukunft
6. Steganlage Pension am Brunnen in Parchim
7. Volkshaus Mecklenburg in Crivitz von Roland Peek
8. Ausstellungsgestaltung Museum Sternberg
9. Naturnaher Bewegungsraum Raduhn
10. Sanierung Pfarrhaus der Kirchgemeinde Pinnow
11. Bienengarten Biohof Zietlitz vom Diakoniewerk Neues Ufer
12. Kulturmühle Parchim
13. Barrierefreiheit im Kulturhaus der Gemeinde Mestlin
14. Kunstradius 40 Kilometer – Vernetzung kultureller Orte und Einrichtungen rund um Mestlin
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