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Lokales

24. September 2017 | 01:29 Uhr

Schwerin mit Ärzten gut versorgt

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svz.de von
erstellt am 21.Okt.2010 | 08:46 Uhr

Schwerin | Die Stadt Schwerin ist im Gegensatz zu vielen ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns mit Haus- und Fachärzten derzeit noch gut versorgt. Aktuell praktizieren in der Landeshauptstadt 76 Hausärzte, davon elf Kinderärzte. "Mit dieser Zahl haben wir einen Versorgungsgrad von 112,3 Prozent erreicht", erklärt Brigitte Jauert von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) MV. Das bedeutet: Jeder zehnte Hausarzt ist nach einer bundeseinheitlich festgelegten Formel je Einwohner in Schwerin über dem ermittelten Bedarf.

Das könnte sich in absehbarer Zeit ändern, denn fast jeder achte Hausarzt sei derzeit über 60 Jahre alt (MV-weit jeder fünfte) - und dürfte somit bald über eine Schließung der Praxis nachdenken. Seit Jahren gibt es in Mecklenburg-Vorpommern Probleme, Praxen nachzubesetzen, vorrangig in Dörfern und Kleinstädten. "Brennpunkte" laut KV seien vor allem Regionen in Vorpommern aber auch in den Kreisen Bad Doberan oder Ludwigslust. In der Stadt Dassow (4000 Einwohner) im Nordwestkreis gäbe es gerade noch zwei Hausärzte: 66 und 67 Jahre alt. Das Durchschnittsalter aller Hausärzte in MV bei Aufgabe ihrer Praxis habe sich seit 2003 um fünf Jahre erhöht. Landesweit fehlen bereits 112 Hausärzte. Viele Kollegen im Land seien wegen starker Belastung schlichtweg "ausgebrannt".

Schwerin steht besser da. Überdurchschnittlich sei auch die Versorgung mit Fachärzten in der Landeshauptstadt. Für den Planungsbereich Schwerin/ NWM/Wismar dürften laut Bedarfsplan derzeit keine neuen Gynäkologen, Haut- oder Augenärzte zugelassen werden. Die Region sei "wegen Überversorgung gesperrt". So verfüge Schwerin derzeit z.B. über 19 niedergelassene Internisten, acht Orthopäden oder fünf Urologen (siehe Hintergrund).

Trotz guter Bedingungen sucht die KV auch für die Landeshauptstadt Mediziner-Nachwuchs. In der Paulsstadt hat ein hausärztlich tätiger Internist, der auch Onkologie-Patienten betreute, zum 1. Oktober seine Tätigkeit eingestellt - "aus rein persönlichen Gründen", so Brigitte Jauert: "Wir suchen derzeit für seine Praxis einen Nachfolger." Insgesamt schreibe die KV ab November drei Hausarzt-Praxen für Schwerin und eine Hautarzt-Praxis für den Planungsbereich mit NWM und Wismar neu aus.

Ursachen für den zunehmenden Mangel an Ärzten im Land sieht die KV auch bei der Politik, die 1995 Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen Unis forderte - die Umsetzung lasse aber bis heute sich sich warten.

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