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Bemühungen um den Status als Unesco-Weltkulturerbe : Schwerin braucht mehr Popularität

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Ist Schwerin ein Zentrum der Macht oder ein vergessenes Kleinod? Mit etwa 200 000 Übernachtungsgästen pro Jahr scheint die Stadt für viele weiterhin ein weißer Fleck auf der Landkarte zu sein.

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2011 | 06:38 Uhr

Schwerin | Ist Schwerin ein Zentrum der Macht oder ein vergessenes Kleinod? Mit etwa 200 000 Übernachtungsgästen pro Jahr, wie sie die Stadtmarketing-Gesellschaft zählt, scheint die Landeshauptstadt für viele der 1,8 Millionen Ostseeküsten-Urlauber weiterhin ein weißer Fleck auf der Landkarte zu sein. Um das zu ändern, bewirbt sich Schwerin als tausendjähriges Zentrum der Macht um die Plakette des Unesco-Weltkulturerbes. Auch dafür ist die Landeshauptstadt auf Besucher von außerhalb angewiesen. "Wir sind nun einmal kein Industriestandort", sagt Vize-Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff und langfristig könne sich die Stadt auch nicht allein auf ihrem Ruf als Residenzstadt ausruhen.

Schafft die Welterbe-Plakette Abhilfe? Ein Blick ins benachbarte Schleswig-Holstein zeigt zumindest, dass diese die Popularität steigern kann. Vor zwei Jahren war das Wattenmeer als Welterbestätte deklariert worden. Seitdem ist zum einen der Lokalpatriotismus der dort ansässigen Bevölkerung gestiegen, die sich nach einer Umfrage des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer stärker als zuvor mit ihrer Region identifizieren. Zum anderen werben Kommunen und Unternehmen mittlerweile mit dem Titel.

Und auch Schwerin machte schon ähnliche Erfahrungen. Das deutschlandweit bekannte Aushängeschild der Bundesgartenschau zog im Jahr 2009 merklich mehr Besucher in die Stadt der sieben Seen - nach Angaben der Stadtmarketing-Gesellschaft waren es 30 Prozent mehr als sonst.

Veranstaltungsserien der Landeshauptstadt wie der Gartensommer und Open-Air-Opern des Mecklenburgischen Staatstheaters wie in diesem Jahr "Der Freischütz" auf der Freilichtbühne schlagen in diese Kerbe, schaffen es aber augenscheinlich nicht, die Popularität Schwerins merklich zu steigern. Dazu kommen weitere Herausforderungen: Großveranstaltungen gehen auch immer mit viel Lärm einher. Es ist eine Gratwanderung. Einerseits locken Open-Air-Veranstaltungen wie die Bierbörse am Herrentagswochenende auf der Schwimmenden Wiese, die Klangwelle Mitte Mai auf dem Bertha-Klingberg-Platz oder das traditionelle Drachenbootrennen Tausende von Besuchern aus Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland nach Schwerin. Andererseits beschweren sich nach SVZ-Informationen immer wieder Anwohner über Lärmbelästigung und auch über besetzte Parkplätze. Wiederholt müssen Schweriner Behinderungen in Kauf nehmen, wenn beispielsweise Triathleten oder Langstreckenläufer ihre Wettkämpfe in der Landeshauptstadt bestreiten.

"Mich sprechen häufig Anwohner an, die sich beschweren und uns bitten, nach besseren Lösungen zu suchen", sagt Friedersdorff. Das Problem sei ihm bewusst. Ändern könne er allerdings nur wenig.

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