zur Navigation springen
Lokales

24. September 2017 | 12:08 Uhr

Schwere Technik für frostige Nächte

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2010 | 06:13 Uhr

Lübz | Wenn die Mitarbeiter des Straßenwinterdienstes der Straßenmeisterei Lübz an den vergangenen Winter denken, dann fällt ihnen ein, dass sie rund ein Drittel mehr an Einsatztagen hatten, als in den Vorjahren. "Fast 100 Tage lang hatten wir mit der Schneeräumung und dem Streuen der Fahrbahnen zu tun. Dennoch war der Winter nicht extrem, er war nur relativ lang", sagt Horst Ferber, der Leiter der Straßenmeisterei in Lübz.

Zum diesjährigen Tag der Winterbereitschaft, der kürzlich stattfand, waren Mensch und Technik bestens auf die kommenden Monate eingestellt. Das Salzlager ist mit 500 Tonnen Streusalz gut gefüllt. Dieses wird nicht pur auf die Fahrbahnen ausgebracht, sondern die Lübzer fertigen ihre Salzmischung selbst. "Wir stellen eine Natriumchloridlösung her und auf dem Fahrzeug wird diese dann dem Salz hinzugefügt", erklärt Ferber. Somit wird generell nur feuchtes Salz gestreut. "Das hat den Vorteil, dass es weder durch den Wind, noch durch Fahrzeuge aufgewirbelt wird. Es liegt besser auf der Fahrbahn und erhöht die Wirkung", ergänzt Volker Reetz.

Er kennt sich bestens aus, ist er doch bereits seit 34 Jahren bei der Firma beschäftigt. Gemeinsam mit Jörg Präfcke hat er sein Fahrzeug vorbereitet: Das Schiebeschild ist angebaut und die Technik funktioniert. Im Auto testet er noch einmal die Bedienelemente. Darunter den Joystick, mit dem er das Schiebeschild bewegen kann. Auch das Steuerpult für die Ausbringung des Streugutes wird getestet. Letzteres erfolgt computergestützt und GPS gesteuert. "Dadurch kommen wir den Belangen des Umweltschutzes sehr entgegen. Entsprechend des Grades der Vereisung der Fahrbahn und weiterer Faktoren wird das Streugut bedarfsgerecht ausgebracht", erklärt Ferber. Er betont, dass nur das Nötigste auf die Fahrbahn kommt.

Der Leiter der Straßenmeisterei erinnert daran, dass bei allem Naturschutz von seinen Mitarbeitern erwartet wird, dass sie ihrer Aufgabe gerecht werden und die Straßen befahrbar halten. Das ist aber auch nicht ständig möglich, denn man kann nicht überall zugleich sein. Rund zweieinhalb bis drei Stunden dauert ein Umlauf eines Fahrzeuges. Nicht zur Aufgabe gehört das Streuen der Bundes- und Landesstraßen in den Städten Parchim, Lübz, Goldberg und Plau, hier sind die Kommunen selbst verantwortlich.

14 Mitarbeiter und fünf Fahrzeuge sind bereit, in zwei Schichten ihren Winterdienst zu leisten. Im Normalfall ist man von 3 Uhr in der Frühe bis 22 Uhr abends im Einsatz. Wenn es das Wetter, also starker Schneefall, viele Verwehungen, starke Eisfelder und dergleichen erfordert, dann wird rund um die Uhr gearbeitet. "Zusätzlich greifen uns in diesen Fällen sechs Partner unter die Arme. Die Firmen Dau aus Lübz, Herbst aus Slate oder Möller aus Parchim gehören dazu", erzählt Ferber.

Um rechtzeitig gewappnet zu sein, werden die Ergebnisse verschiedener Messstationen an den Fahrbahnen sowie spezielle Wetterberichte regelmäßig ausgewertet. Gemessen werden unter anderem die Fahrbahntemperatur, relative Luftfeuchte, die Niederschlagsart, Schneehöhe und auch die Windrichtung.

Eines wurde in der Vergangenheit kritisiert: Das häufige Fehlen von Schneezäunen. In diesem Jahr sollen wieder welche aufgestellt werden. Doch hier appellieren die Mitarbeiter an die Aufmerksamkeit der Bürger. In der Vergangenheit wurden diese Zäune von den Feldern gestohlen, so dass erst wieder neue bestellt werden mussten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen