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Schutzgebiete im Naturpark Sternberger Seenland : Schutzprogramm für seltene Arten

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Die Bauchige Windelschnecke soll sich auch künftig am Schönlager See in ihr Haus zurückziehen können. Die Rufe der Rotbauchunke am Plauer See und Umgebung sollen in den kommenden Jahren nicht verhallen.

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erstellt am 28.Jan.2011 | 05:51 Uhr

Sternberg | Die Bauchige Windelschnecke soll sich auch künftig am Schönlager See in ihr Schneckenhaus zurückziehen können. Die Rufe der Rotbauchunke am Plauer See und Umgebung sollen in den kommenden Jahren nicht verhallen. Und das Bachneunauge haben die Naturschützer weiter in der Wariner Seenlandschaft im Auge.

Die Schnecke, die Unke und der Fisch sind drei Tierarten, die unter Europäischen Schutz stehen. Viele ihrer Lebensräume sind in unserer Region als FFH(Fauna-Flora-Habitat)-Gebiete ausgewiesen. Allein 67 FFH-Gebiete gibt es in der Region von Westmecklenburg.

Wie lassen sich diese Lebensräume und ihre Arten zumindest erhalten oder möglichst positiv entwickeln? Das erarbeiten Spezialisten im Auftrag des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (Stalu) in so genannten FFH-Managementplänen. Für die ersten drei Gebiete in Westmecklenburg liegen mittlerweile solche bestätigten Pläne vor: für die Gebiete Schaale/Schilde und Sude im Landkreis Ludwigslust und für den Schweriner See.

Die Managementpläne für sechs Gebiete im Naturpark Sternberger Seenland sind fast fertig und sollen vermutlich im Frühjahr bestätigt werden. Das betrifft das Warnowtal, die Mildenitz, das Wariner Seenland, Neukloster und das Tepnitzbachtal, die Oberen Seen bei Sternberg und den Schönlager See.

An Schritten zur Umsetzung wird auch bereits gearbeitet. Um die Kleine Flussmuschel zu schützen, die gerade im Sternberger Seenland noch über eine der wenigen reproduzierbaren Bestände verfügt, steht der Abschluss einer freiwilligen Vereinbarung mit Kanuanbietern kurz vor dem Abschluss, so Alfons Terhalle vom Stalu in Schwerin. Für das Gebiet der Oberen Seen in Sternberg läuft ein Förderantrag, auf großen Flächen den Ginster zurückzudrängen, den Trockenrasen wieder herzustellen und durch Schafe und Ziegen beweiden zu lassen.

Für weitere FFH-Gebiete im Landkreis Parchim steht die Aufstellung von Managementplänen bevor. Das betrifft beispielsweise den Siggelkower Sander zwischen Parchim und der Grenze zu Brandenburg. In den Ruhner Bergen geht es nach Bewertung des Zustandes des Gebietes jetzt darum, was getan werden kann, um Natur und Arten zu erhalten. Anfang März soll dazu eine Informationsveranstaltung in der Region stattfinden. Ausgeschrieben sind die Planungen für die Alte Elde bei Kuppentin östlich von Lübz. Auch am Plauer See laufen Vorbereitungen für die FFH-Managementplanung.

Natura 2000

Über 1000 Tier- und Pflanzenarten sind nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zu schützen. Die FFH-Richtlinie gilt europaweit für gefährdete Lebensraumtypen sowie für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Zusammen mit der Vogelschutzrichtlinie bildet sie das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Beide Richtlinien werden im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes und mittels der Landesgesetze in nationales Recht umgesetzt. Nach einer Auswertung der aktuellen Meldelisten vom Bundesamt für Naturschutz durch dpa-RegioData sind derzeit rund neun Prozent der Landesfläche Deutschlands als FFH-Gebiete geschützt. Dazu kommen 51 geschützte FFH-Meeresgebiete ohne Bundeslandzuordnung, unter anderem der Bodensee, Meeresflächen und Bodden- und Wattflächen.

Im Vergleich der Bundesländer zeigen sich große Unterschiede. Während Schleswig-Holstein knapp 14 Prozent seiner Landesfläche als FFH-Gebiete ausgewiesen hat, sind es in Nordrhein-Westfalen nur fünf und im Saarland lediglich zwei Prozent. Mit 978 Flächen hat Bayern die meisten FFH-Gebiete gemeldet.
Auf Kreisebene schwankt der Anteil der gemeldeten FFH-Gebiete zwischen 48 und null Prozent. Der Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz führt mit einem FFH-Gebietsanteil von rund 48 Prozent das Kreisranking an.

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