Schutt und Lärm im Haus der Musik

<strong>Alles läuft nach Plan</strong> für Bauleiter Jörg Möller: In der ehemaligen Turnhalle soll ab Ende 2011 die Norddeutsche Philharmonie proben.<fotos>Georg Scharnweber</fotos>
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Alles läuft nach Plan für Bauleiter Jörg Möller: In der ehemaligen Turnhalle soll ab Ende 2011 die Norddeutsche Philharmonie proben.Georg Scharnweber

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15. Februar 2010, 06:49 Uhr

Rostock | Noch erfüllt Baulärm das künftige Haus der Musik. Seit 4. Januar laufen die Arbeiten an der ehemaligen Großen Stadtschule auf Hochtouren. "Bis November 2011 wollen wir den Umbau abschließen", so Bauleiter Jörg Möller von der Kommunalen Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) der Stadt Rostock. Dann sollen die neuen Nutzer einziehen können - darunter die Norddeutsche Philharmonie, die Musikschule Carl Orff und das Konservatorium. Mit der Komplettsanierung für 8,6 Millionen Euro entstehen in dem denkmalgeschützten Haus von 1864 optimale Räumlichkeiten für Proben, Veranstaltungen und andere Zwecke.

"Die ehemalige Turnhalle wird einmal der Probenraum der Philharmonie und in der Aula darüber entsteht der Konzertsaal mit etwa 200 Plätzen", erläutert Möller. Für den guten Klang sorgen dann besondere Bauelemente wie Akustiksegel, die nach einer zweiten Spielprobe des Orchesters eingebaut werden. Aber zuvor muss erst die Schadstoffsanierung abgeschlossen werden. Anfang Mai soll der Rohbau auf den drei Etagen und am Dach beginnen: "Der Dachstuhl wird komplett neu gemacht und ausgebaut. Weil das Holz belastet ist, entfernen wir vorher das alte Dach einschließlich der Zwischendecke", erklärt der Bauleiter die nächsten Schritte. Zur statischen Sicherung werden vorübergehend Stahlträger eingezogen, die verhindern sollen, dass das Mauerwerk ohne Dach einfach abkippt.

Möller ist zufrieden mit dem Baufortschritt: Das Gerüst und ein provisorisches Wetterschutzdach aus Wellblech sind aufgebaut und auch die Abbrucharbeiten im Inneren gehen gut voran. Im Dachgeschoss wird gerade das Mauerwerk freigelegt und in der Turnhalle der Holzfußboden herausgerissen. Die Räume werden teilweise neu aufgeteilt. Viele kleine Übungsräume sollen einmal entstehen. Die Sanitäreinrichtungen werden ans andere Ende verlegt, alle Leitungen werden ausgetauscht.

Was auf jeden Fall bleibt, sind die Brandschutztüren, die erst 2003 eingebaut wurden und außerdem ein Großteil der denkmalgeschützten Ausstattung: verzierte Treppengeländer, geflieste Fußböden und originale Holzeinbauten sowie ein Teil der Türen. Möller weiß: "Alle Holztüren zu erhalten ist einfach nicht praktikabel. Immerhin sollen hier Übungsräume für Musiker entstehen und die sollten unbedingt schalldicht sein." Trotz Denkmalschutz sind im Haus der Musik eine Reihe von Modernisierungen vorgesehen: Neue Fenster werden - in der alten Optik - eingebaut und ein Aufzug installiert. Für Rollstuhlfahrer entsteht ein Eingang mit Rampe von der Hofseite aus. Der Anbau an der Turnhalle und die Stahltreppe weichen einem zweigeschossigen Neubau - als zusätzlicher Zugang zum geplanten Veranstaltungssaal. Auch für den Hof selbst hat das Architektenbüro Albert und Beyer schon einen Entwurf: In der Mitte soll eine ovale Grünfläche entstehen.

Damit in anderthalb Jahren Musikschüler, Lehrer und Gäste das Haus der Musik mit Leben erfüllen, arbeiten 14 Planungsbüros, Gutachter und Baufirmen angestrengt an der Umsetzung der Pläne. Ein paar offene Fragen gibt es laut Möller allerdings noch. So ist ein Restaurator derzeit dabei, die originalen Farben der Innenräume und der Fassade zu rekonstruieren. Wie das Haus der Musik am Ende aussehen wird, bleibt also abzuwarten.

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