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Lokales

11. Dezember 2017 | 14:28 Uhr

Schulschwimmen ist Lesern wichtig

vom

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2010 | 06:08 Uhr

Schwerin | Schwimmhallen-Neubau auf dem Dreesch, in Lankow, am Lam brechtsgrund? Oder doch die Sanierung eines der bestehenden Bäder oder beider? Die Debatte der SVZ-Leser über die politisch nach wie vor offene Zukunft des überdachten Schwimmens in Schwerin läuft auf Hochtouren. "Ich weiß nicht, warum sich eine Stadt mit einer solch hohen Verschuldung überhaupt noch mit dem Thema Schwimmhallen befasst", sagt Robert Auer. Dies sei doch weder eine Pflichtaufgabe, noch mit der Daseinsvorsorge zu begründen. Schwimmhallen seien "Groschengräber", dies wisse doch jeder halbwegs informierte Bürger. An die Schweriner Stadtpolitiker gewandt fordert Auer: "Bitte Aufwachen und das Thema von der Tagesordnung nehmen - oder gegebenenfalls persönlich für die Folgen haften."

"Vielleicht kann mir mal jemand erklären, wieso das Sportforum Lambrechtsgrund zentral liegt?", fragt Willi Ulrich. Für Einwohner der Nordstadt, von Lankow und dem Dreesch liege es vielmehr abseits der Innenstadt. "Man muss umsteigen von Bahn auf Bus, hat dadurch Wartezeiten", so Ulrich. Zur Schwimmhalle auf dem Dreesch indes führen die Straßenbahnen der Linie 1 und 2, nachmittags auch die der Linie 3 aus Krebsförden. Ulrich: "Man muss also vom Lewenberg oder von Lankow-Siedlung aus nicht umsteigen." Bei der Schwimmhallen-Diskussion sollte in erster Linie an die Kinder gedacht werden, nicht an Autofahrer, denen die Standort-Frage grundsätzliche egal sei, sagt Willi Ulrich.

Die vorhandenen Schwimmhallen sollten mit der bewährten Aufteilung in Schwimmer- und Nichtschwimmer-Becken erhalten und renoviert werden, fordert Birgit Weidenthal. "In Lankow kann man gut parken oder mit der Straßenbahn hinkommen", so die SVZ-Leserin. "Viele Bekannte aus Lankow, Friedrichsthal und dem Umland würden bei einem Wegfall der Lankower Halle ganz auf das wöchentliche Schwimmen verzichten", erklärt Birgit Weidenthal.

"Die Schweriner, insbesondere die Rentner, die Schwerbehinderten, die Jugendlichen und Kinder brauchen keinen Protz und keinen Prunk", sagt Eva Klein. Aber sie bräuchten eine Möglichkeit, sich gesund zu halten und ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen. "Und das in erreichbarer Entfernung, was am Lambrechtsgrund für viele nicht gegeben wäre", so Klein. Deshalb sei sie für eine maßvolle Sanierung der beiden Schwimmhallen. Sie selbst gehe seit 50 Jahren regelmäßig schwimmen, außerhalb der Sommermonate auch zweimal wöchentlich in die Lankower Halle. Würde dieser Standort geschlossen, hätte sie als Schwerbehinderte keine andere Möglichkeit, etwas für ihre Beweglichkeit zu tun, sagt Eva Klein.

Die Schwimmhallen-Frage müsste so gelöst werden, dass Kinder, Schulen und Behinderten-Sportgruppen gute Bedingungen erhalten, sagt Rolf Klaus. Damit diese Bevölkerungsgruppen aus allen Teilen der Landeshauptstadt gleichermaßen profitieren, sollte ein zentraler Schwimmbad-Standort vorgehalten werden. "Keine leichte, aber eine lösbare Aufgabe für unsere Stadtvertreter", so Klaus. Keinesfalls dürfe dieses wichtige Thema durch Parteienstreit geprägt werden.

Angelika Rösner ist für den Erhalt und die Sanierung beider Schwimmhallen. "Beide werden ganztägig genutzt und sind durch Schulsport, Vereinssport und die Nutzung durch Bürger voll ausgelastet. Wie sollen alle diese Bedürfnisse auf eine Schwimmhalle übertragen werden?" Sie fürchte, dass in diesem Fall die "zahlungskräftigen Vereine" bevorzugt würden, so Rösner. "Eine Volksschwimmhalle wird es dann nicht mehr geben und den Nachteil werden wieder die Bürger haben."

Der Schwimmunterricht der Schulen müsse bei der Standort-Diskussion hohe Priorität haben, sagt Dr. Erdmute Steiner. Wichtiges Kriterium dabei sei, dass die Kinder die Schwimmhalle in kurzer Zeit mit dem Nahverkehr erreichen könnten. Dr. Steiner: "Das schließt einen Neubau am Lambrechtsgrund meines Erachtens aus. Dorthin verkehren nur zwei Buslinien, die beide nur im 45- beziehungsweise 65-Minuten-Takt und dabei nicht über den Dreesch fahren. Wie lange sollen denn die Schulkinder brauchen, um zum Schwimmunterricht zu gelangen? Und wollen wir es den Lehrern zumuten, mit einer ganzen Schulklasse dabei auch noch umzusteigen?" Auch zu bedenken sei, dass die Busse durch niedrige Taktzahl und Verkehrszeiten, die sich nicht nach Stunden- und Pausenzeiten an den Schulen richten würden, nur eingeschränkt nutzbar seien. Dr. Steiner: "Ob nun eine Schwimmhalle oder zwei, ob auf dem Dreesch oder in Lankow - auf jeden Fall sollte die Straßenbahnanbindung erhalten bleiben."

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