Schulleiter: Sicherer Standort

<strong>Karsten Wilke kämpft </strong>für den guten Ruf und den Erhalt der Grundschule Groß Warnow. <foto>hanno taufenbach</foto>
Karsten Wilke kämpft für den guten Ruf und den Erhalt der Grundschule Groß Warnow. hanno taufenbach

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13. Juli 2010, 08:54 Uhr

Groß Warnow | Karsten Wilke macht keine Kompromisse, wenn es um seine Grundschule in Groß Warnow geht: "Ihr Fortbestand ist gesichert", sagt der kommissarische Schulleiter und lässt auch die Formulierung in dem vom Kreistag gebilligten Schulentwicklungsplan nicht gelten. Darin wird Groß Warnow als "bedingt gesicherter Grundschulstandort" bis 2015 geführt.

Unabhängig von der Zahl der Einschulungen sei der Fortbestand gewährleistet, da Groß Warnow die Anerkennung als "Kleine Grundschule" hat. "Bedingung ist aber, dass wir mindestens 45 Schüler beschulen. Derzeit sind es 72 und laut Schulentwicklungsplan steigt ihre Zahl bis 2015 sogar auf 95 an", argumentiert Wilke.

Ein sehr schweres Jahr liege hinter der Schule. Der Krankenstand sei außergewöhnlich hoch gewesen. Deshalb habe die Schule viele Fahrlehrer einsetzen müssen, konnte Fächer wie Musik teilweise gar nicht abdecken. All das habe der Schule nicht gut getan. "Es waren teils chaotische Verhältnisse", räumt Wilke ein.

Die Quittung kam mit den Anmeldezahlen fürs nächste Schuljahr. Nur zehn Abc-Schützen werden es im August sein. "Drei Familien haben ihre Kinder in Karstädt angemeldet, eine vierte kämpft noch darum, schaltete das Bildungsministerium ein", sagt Wilke.

Die Situation habe Eltern verunsichert, was er verstehen könne. Noch größer wurde deren Sorge, als unsere Zeitung vor wenigen Wochen über den Schulentwicklungsplan berichtete. Die Formulierung ,bedingt gesichert nährte Zweifel an der Perspektive der Groß War nower Bildungseinrichtung. Dabei sei ein Großteil der Probleme inzwischen beseitigt.

"Wir haben sechs Lehrer, sind damit voll besetzt." Darunter seien auch Fachlehrer, die beispielsweise Biologie und Physik abdecken. "Für Musik konnte ich die Kollegin Beate Meyer gewinnen. Sie ist erst kürzlich in die Region gezogen", freut sich Wilke.

Somit würden alle Kollegen fachgerecht eingesetzt. Ausbauen möchte der Schulleiter die Weiterbildungsbestandteile. Schwerpunkt sei der jahrgangsübergreifende Unterricht, der in einer Kleinen Grundschule praktiziert werde. Wilke verspricht sich davon spürbare pädagogische Impulse.

Deutlich schärfen wolle er das Profil der Schule. Das sei ein Prozess, der nicht in ein oder zwei Schuljahren abgeschlossen sei. "Aber wir wollen die Schule für Eltern wieder durchsichtiger machen, laden sie zu uns ein." Mehr noch: "Ich will das Dorf in die Schule holen", sagt Karsten Wilke. Veranstaltungen sollen dazu beitragen. Die Gemeinde als Schulträger und das Staatliche Schulamt Perleberg stünden auf seiner Seite. "Beide unterstützen mich hervorragend."

Der Landkreis sehe ebenfalls keinen Grund zur Sorge, so Danuta Schönhardt als zuständige Geschäftsbereichsleiterin. "Aber 15 Einschüler sind auch für das Bildungsministerium ein Kriterium für den Status Kleine Grundschule", erklärt sie. Groß Warnow liege knapp darüber, was der Grund für die Formulierung im Schulentwicklungsplan sei. Falle eine Schule unter diese Zahl, sei neu über den Schulstatus zu entscheiden.

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