Schullandschaft der Stadt in Bewegung

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22. Mai 2010, 01:57 Uhr

Güstrow | Keine Schule in Güstrow ist gegenwärtig im Bestand gefährdet. In allen vier Grundschulen und drei Regionalschulen wird nach den Sommerferien wieder der Unterricht beginnen, auch in der Grundschule "Am Hasenwald". Das sagt Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt. Ob das aber so bleibt, stehe nicht fest, so Schuldt. Knappe Kassen und sinkende Schülerzahlen zwingen dazu, dass Kommunen sich nur noch so viel Schule leisten können wie sie wirklich brauchen.

Schuldt: "Wir arbeiten an einer Kapazitätsplanung für alle Schulen. Sie basiert auf der so genannten Kapazitätsverordnung, die im Land seit April gilt, und soll zum Jahresende fertig sein." In der Planung wird dokumentiert und geregelt, wie viel Schule vorhanden ist und gebraucht wird. Dabei geht es um jeden Klassenraum, jeden Platz in der Schule. Die Verordnung legt u.a. fest, dass Fachräume Klassenräume sein können und für jeden Schüler 1,9 Quadratmeter Platz vorhanden sein muss. Für Schuldt heißt das, dass es auch weiter viel Bewegung in der Schullandschaft geben wird. Die Stadt wolle dazu ihren Beitrag leisten, in dem sie alle geplanten Sanierungen realisiere.

Die Fritz-Reuter-Schule steht kurz vor der Fertigstellung, die Wossidloschule wird zu Ende saniert. Dazu gehören das Dach, die Sporthalle und der Ausbau des Erdgeschosses.

Schuldt: "Es ist nämlich schwerer sich von einer sanierten als von einer unsanierten Schule zu trennen." Die Stadt, so der Bürgermeister, lege außerdem Wert darauf, wohnortnah Schule anzubieten und nicht in Standorte zu investieren, wo nach der Kapazitäts-Richtlinie künftig kein Bedarf mehr sei. Ein Streitpunkt in der Stadt ist die Aufgabe der Hasenwald- und ihr Einzug in die Wossidloschule. Bis dato aber gilt ein Stadtvertreterbeschluss: Prüfung einer baulichen Verbesserung der Hasenwaldschule und eines stadtzentrumsnahen Neubaus.

Die Verwaltung sieht den Beschluss als nicht mehr zeitgemäß. Im Haushaltssicherungskonzept - die Stadt lebt derzeit mit einem Defizit von 3,2 Millionen Euro - schlägt die Verwaltung deshalb die Zusammenlegung beider Schulen am Standort Hafenstraße vor. In beiden Schulen stößt das nicht auf Gegenliebe. Auch die Stadtvertreter sprangen dem Bürgermeister am Donnerstag nicht bei, sondern wollen die Schulentwicklungsplanung später gesondert behandeln. Im kommenden Schuljahr wird es in Güstrow 1751 Schüler geben, 95 Klassen sollen voraussichtlich gebildet werden.

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