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Denkmäler in MV - Ludwigslust : Schützen, pflegen und erforschen

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Im Landkreis Ludwigslust gibt es kaum ein Dorf, das kein Denkmal aufzuweisen hat. Der Landkreis ist reich an Quellen der Geschichte und Tradition wie kaum ein zweiter in MV.

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erstellt am 10.Apr.2011 | 07:35 Uhr

Ludwigslust | Vom Transformatorenhaus in Albertinenhof bis zum Gefallenendenkmal in Zweedorf, vom Meilenstein in Alt Brenz bis zu Bauernhöfen in Zugelrade, vom Gutshaus in Amholz bis zum Spritzenhaus in Zühr - im Landkreis Ludwigslust gibt es kaum ein Dorf, das kein Denkmal aufzuweisen hat. Der Landkreis ist reich an Quellen der Geschichte und Tradition wie kaum ein zweiter in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 30 000 Denkmale sind im Land MV gelistet, 3449 davon allein im Landkreis Ludwigslust. Diese zu schützen, zu pflegen, wissenschaftlich zu erforschen und auf eine sinnvolle Nutzung hinzuweisen, das ist die Aufgabe von Denkmalschutz und Denkmalpflege.

Dieter Auffenbauer und Michael Baehr sind Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Ludwigslust, haben den geschulten Blick und kennen sich aus mit alter Bausubstanz. Auffenbauers Revier ist der Altkreis Ludwigslust, Baehr ist im Altkreis Hagenow und im Amt Stralendorf unterwegs, um zu bewerten und zu beraten. Allein im vergangenen Jahr gab es 639 Termine mit Eigentümern von Denkmalen. "Der Beratungsbedarf hat zugenommen", sagt der 53-jährige Michael Baehr, der seit mehr als zwei Jahrzehnten diesen Job ausübt. Wer in einem denkmalgeschützen Gebäude wohnt oder dieses sanieren möchte, der hat viele Fragen. Welche Baumaterialien dürfen verwendet werden? Können Solarzellen aufs Dach? Energiepass, Farbgebung, Wandverputzung - es gibt viel zu besprechen. "Manchmal gehen unsere Vorstellungen und die der Bauherren weit auseinander", sagt Dieter Auffenbauer. Da helfe oft nur ein Kompromiss. Doch unterm Strich muss stehen, dass der Eigentümer das Objekt so weiter nutzt wie bisher und wirtschaftlich und sorgsam damit umgeht und nicht verkommen lässt. Derzeit beschäftigt sich Auffenbauer mit der Festung Dömitz und der Wiederherstellung der Zugbrücke, während Baehr die Museums-Sanierung in Hagenow begleitet.

Allein in der Stadt Ludwigslust stehen um die 400 Objekte unter Denkmalschutz. Darunter befinden sich überwiegend Wohn- und Geschäftshäuser. Auch der Schlosspark mit allen historischen Strukturen vom Wegenetz, über Bauten wie Kirche, Glockenturm oder Teepavillon bis hin zum Herzog-Friedrich-Denkmal. Dazu kommt das Schloss selber, das in den kommenden fünf Jahren für über elf Millionen Euro im Innenbereich weiter saniert wird.

"Die Liste der Denkmale verändert sich ständig", weiß Dieter Auffenbauer. Neue kommen hinzu, einige werden gestrichen, so wie jüngst ein Gebäude der ehemaligen Stadtkaserne. Da kein einheitliches Ensemble mehr bestehe - auf diesem Gelände am Exerzierplatz steht auch das neue Landratsgebäude -, wurde dieses Objekt als nicht mehr denkmalwürdig eingestuft.

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