Schülerzahlen im Kreis auf Tiefstand

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22. August 2010, 09:57 Uhr

Parchim | Mehr als halbiert haben sich die Schülerzahlen im Landkreis Parchim. 1993 bei dessen Gründung besuchten 16 702 Mädchen und Jungen die allgemeinbildenden Schulen, im Jahr 2000 waren es immerhin noch 14 137, heute nehmen nach den Sommer ferien nur um die 7500 Schüler den Unterricht auf. Ob das ein leichtes Plus zum Vorjahr ist und möglicherweise eine Trendwende darstellt, lässt sich derzeit nicht mit Bestimmtheit sagen. Die exakten Zahlen würden erst im Nachgang erhoben, sagt Juliane Diederich vom Schweriner Bildungsministerium. Das hat für das Vorjahr 7385 Mädchen und Jungen an den allgemeinbildenden Schulen des Landkreises Parchim erfasst. Dort gab es 410 Klassen, was einem Durchschnitt von 18 Schülern pro Klasse entspricht. Dafür standen 625 hauptamtliche Lehrkräfte zur Verfügung.

Unter den 43 allgemeinbil denden Schulen befanden sich 40 in öffentlicher Trägerschaft. Deren Zahl hat sich jetzt um zwei verringert. Die Grundschule Ganzlin musste nach dem gültigen Schulentwicklungsplan und auf Antrag der Gemeinde als Träger wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen werden. Die Kinder besuchen nun die Kantor-Carl-Ehrich-Grundschule in Plau am See. In Marnitz wurden Grundschule und Regionale Schule geschlossen und dann zusammengelegt.

Angesichts von 27 Erstklässlern sei dieser Schritt nicht dringlich gewesen, sondern perspektivisch erfolgt, erklärt Regina Müller, Leiterin der Regionalen Schule und Grundschule Marnitz, wie die Einrichtung jetzt exakt heißt.

Die Entscheidung, die auch Nachteile bringen dürfte, aber vor allem neue Chancen biete, sei am vorigen Schuljahres ende recht kurzfristig erfolgt. "Wir brechen deshalb auch nichts übers Knie, sondern beginnen das Schuljahr wie sonst und stimmen die Programme dann schrittweise aufeinander ab", so Regina Müller. Sie war zuvor stellvertretende Leiterin der Regionalen Schule. Derzeit ist sie wie Stellvertreterin Babett Janke und Katrin Warnke, Koordinatorin für die Grundschule sowie deren vorherige Leiterin, kommissarisch eingesetzt. Bei Schulbeginn sind unter anderem noch der Stundenrhythmus und die Pausenzeiten unterschiedlich. "Doch wir haben uns geschworen, dass keinem was aufgedrückt wird, etwa weil die Regionalschule die größere war. Beide Einrichtungen haben viele Ideen in ihre Arbeit eingebracht, und die besten Erfahrungen wollen wir vereinen. Das ist unser Hauptziel. Und wenn Kompromisse nötig sind, stehen die Interessen der Schüler im Vordergrund. Anders kann es gar nicht sein", betont Regina Müller. Heute nehmen in Marnitz insgesamt 275 Schüler in 14 Klassen den Unterricht auf.

Von den allgemeinbildenden Schulen sind annähernd 300 Mädchen und Jungen an die vier Gymnasien in Parchim, Lübz, Sternberg und Crivitz gewechselt. Ihren ersten Unterrichtstag haben heute 665 Abc-Schützen in 21 Schulen des Kreises.

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