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Ausstauschlehrerin aus China unterrichtet in Gadebusch : Schüler lernen Chinesisch

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Shi Yongjie aus der Stadt Jinan in China gefällt ihre neue Heimat in MV. Sie ist begeistert von der Natur, dem deutschen Essen und vor allem von ihren Schülern am Gymnasium in Gadebusch.

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erstellt am 10.Nov.2011 | 11:21 Uhr

Es gibt eine Menge Dinge, die Shi Yongjie aus der Stadt Jinan in China an ihrer neuen Heimat in Mecklenburg-Vorpommern gefallen: Sie sei begeistert von der Natur, der frischen Luft, den Bäumen, dem Gras und dem deutschen Essen, sagt die Lehrerin - und von ihren Schülern am Gadebuscher Gymnasium: "Ihr Interesse an der chinesischen Sprache und Kultur berühren mich sehr." Seit rund einem Monat unterrichtet Shi Yongjie 45 Schüler der Klassen neun bis zwölf in Chinesisch. Den Unterricht hat sie in zwei Einheiten unterteilt: "Die eine Hälfte der Zeit beschäftigen wir uns mit dem Erlernen der Sprache, die andere Hälfte mit der Kultur des Landes und ihren Bräuchen."

Und gerade dazu hätten ihre Schüler schon zu Anfang viele Fragen gehabt, sagt Yongjie. "Sie haben nach chinesischen Cartoons gefragt, nach traditionellen Festen und Musik, nach chinesischem Tee, der traditionellen Medizin und der richtigen Anwendung von Essstäbchen." Genau das wird Shi Yongjie auch in ihrem Unterricht aufgreifen: "Ich plane einen Wettbewerb im Essen mit chinesischen Stäbchen", verrät sie und lacht. "Selbstverständlich bekommen die Schüler dann auch ein Zertifikat." Unterrichtssprache der deutschen Schüler und ihrer chine sischen Lehrerin ist Englisch.

Kein Problem, wie Shi Yongjie sagt: "Die Schüler sprechen sehr gut Englisch, sie können sehr gut kommunizieren und lernen fleißig." Die 36-Jährige selbst hat Englisch auf Lehramt studiert und arbeitet seit 13 Jahren als Englisch-Lehrerin an der Fremdsprachenschule von Jinan, mit der das Gadebuscher Gymnasium seit rund sechs Jahren in einer Schulpartnerschaft verbunden ist. Der Lehrer-Austausch ist Teil dieser Partnerschaft: Für insgesamt vier Jahre bleibt Lehrer Udo Wachtel in Asien, dafür kommen chinesische Lehrkräfte wie Shi Yongjie nach Gadebusch. Das neue Leben hier, fern von ihrer Familie, ihren Freunden und dem Alltag in ihrer Heimatstadt, in der rund sieben Millionen Menschen leben, ist für die Mutter einer siebenjährigen Tochter die Verwirk lichung eines lange gehegten Wunsches, ist Herausforderung und Umstellung.

"Für mich ist es eine Ehre, hier zu sein. Es ist großartig, dass ich diese Chance erhalten habe, denn die bekommt in China nicht jeder." Es sei ihr wichtig, Menschen von ihrem Heimatland und dessen Traditionen und Geschichte zu erzählen und zugleich selbst einen Einblick in eine andere Kultur und die Arbeit in der Schule in einem anderen Land zu gewinnen. "Die deutschen Schüler können das Leben und den Schulalltag viel mehr genießen als die Kinder in China", beschreibt sie ihren ersten Eindruck. "Chinesische Schüler stehen unter einem hohen Druck, das Leben dort ist sehr straff organisiert." Insgesamt zehn Monate wird Shi Yongjie in Deutschland unterrichten, in dieser Zeit lebt sie in Wismar. Neben dem Gadebuscher Gymnasium gibt sie auch Kurse an Schulen in Wismar und Schwerin. "Dadurch bin ich sehr beschäftigt und viel unterwegs. Aber ich mag es, mit dem Zug zu fahren, denn dann sehe ich viel von der Umgebung. "

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