Schrille Feier mit politischer Botschaft

Wenn der Christopher Street Day gefeiert wird, ist es vor allem schrill und bunt. Schließlich werben die Teilnehmer für mehr Vielfalt.Georg Scharnweber
Wenn der Christopher Street Day gefeiert wird, ist es vor allem schrill und bunt. Schließlich werben die Teilnehmer für mehr Vielfalt.Georg Scharnweber

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02. Mai 2011, 07:37 Uhr

Rostock | Am 16. Juli wird es wieder schrill in Rostock: An diesem Tag wollen Schwule und Lesben unter dem Motto "Gleiche Liebe - Gleiche Rechte!?" auf dem Christopher Street Day (CSD) für mehr Toleranz und Gleichberechtigung werben. Die Vorbereitungen dafür laufen derzeit auf Hochtouren, wie CSD-Sprecher Detlef Söllick berichtet.

"Der CSD ist für uns in erster Linie eine politische Veranstaltung, es gibt noch immer viel zu tun im Kampf um Gleichberechtigung", sagt Söllick. Eines der Hauptanliegen der Akteure ist die Angleichung des Lebenspartnerschaftsgesetzes, das in vielen Punkten wie Renten, Pensionen, Adoptiv- und Steuerrecht noch immer Benachteiligungen gegenüber der Ehe zwischen Mann und Frau beinhaltet. Weitere wichtige Schwerpunkte sind Outing im Sport und die Diskriminierung in der Arbeitswelt.

Die Erfolgsgeschichte des Rostocker CSD begann 2003: "Uns sind direkt die Tränen gekullert, als wir die vielen Menschen auf dem Neuen Markt gesehen haben. Eine so große Beteiligung hätten wir nie erwartet", freut sich Söllick, der seit 21 Jahren im Verein Rat und Tat ehrenamtlich engagiert ist. Seitdem ist die Resonanz stetig gestiegen. Es kämen viele Gäste aus allen Bundesländern, die für den Charme des relativ kleinen, nicht kommerzialisierten Rostocker CSD schwärmten, so Söllick.

Neben den ernsten Anliegen wird aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen. So ist parallel zu den politischen Veranstaltungen auch ein abwechslungsreiches kulturelles Programm geplant. Die erste große Aktion im Vorfeld des CSD ist ein Volleyballturnier am 7. Mai. Hierzu können sich Interessenten noch bis zum 5. Mai auf der Internetseite www.csdrostock.de anmelden. Zum "Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie" am 17. Mai wird in Stralsund und Schwerin eine Luftballonaktion gestartet.

In der Woche vor dem CSD, vom 8. bis 15. Juli, sind während der Hanse-Gay-Kulturwoche Partys, Lesungen mit den Autoren Karen-Susan Fessel, Friederike Sobiech und Rainer Vollath sowie politische Diskussionen geplant. Zum Auftakt wird am 8. Juli um 9.30 Uhr vor dem Rathaus die Regenbogenfahne gehisst und anschließend im Foyer des Rathauses die Ausstellung der CSD Nordkooperation zu zehn Jahren CSD im norddeutschen Raum eröffnet. Am Vorabend des Christopher Street Days wird um 18 Uhr in der "Planbar" angegrillt.

Das Straßenfest beginnt am folgenden Tag um 13 Uhr. Um 15 Uhr eröffnen der Vorsitzende des CSD, Christian Schneider, und Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) auf dem Neuen Markt den Christopher Street Day. Danach stellen sich weitere Landespolitiker den Fragen der Besucher. Währenddessen beginnt der Umzug mit zehn bis zwölf Wagen, die von verschiedenen schwul-lesbischen Vereinen, Parteien und Communitys aus MV gestaltet werden. Die beste Szene-Location und eine herausragende Persönlichkeit, die sich für homosexuelle Belange besonders verdient gemacht hat, sollen prämiert werden. Außerdem wird für jeden in Mecklenburg-Vorpommern an Aids Verstorbenen ein Luftballon in den Himmel geschickt.

Danach wenden die Teilnehmer sich wieder den Lebenden zu und verbreiten gute Laune. Dafür sorgen unter anderem "Pluspunkt", "arno." und als Hauptact "Abba da capo", die erfolgreichste europäische Abba-Cover-Band. Moderiert wird das Ganze von den Comedykünstlern Holger Edmeier und Vanessa Maurischat. Mit der Abschlussparty "Pink goes CSD Rostock" in der Bacio Lounge im Stadthafen ab 22 Uhr endet der CSD 2011.

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