Schredderplätze sind geschlossen

<strong>Der Kreisverband muss</strong> viel Geld in die Hand nehmen, um diesen Platz beräumen zu lassen.<foto>barbara haak</foto>
Der Kreisverband muss viel Geld in die Hand nehmen, um diesen Platz beräumen zu lassen.barbara haak

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26. Juli 2010, 07:35 Uhr

wittenberge | Der Kreisverband der Gartenfreunde hat seine beiden Schredderplätze hier in der Stadt geschlossen. Das Gelände im Bentwischer Weg nutzt der dortige Kleingartenverein für sich. Der Platz an der Anlage Krahenstückenweg, der an die B 189 grenzt, wird langfristig aufgeforstet.

"Wir sind weder finanziell, noch logistisch in der Lage, die Ablageplätze weiter zu betreiben", sagt Wilhelm Zachow als Leiter der Geschäftsstelle. Der Grund: In den zehn Jahren ihres Bestehens hätten sich die Plätze mehr und mehr zu Müllhalden entwickelt, erläutert Zachow.

Wie der Name es sagt, sollte auf den beiden Plätzen Schreddergut vorrangig aus den Kleingartenvereinen gesammelt und zerkleinert werden. Der Kreisverband hatte die Plätze im Jahr 2000 eingerichtet, quasi als Antwort auf die damals geltende sehr strenge und mittlerweile wieder gelockerte Verbrennordnung im Land. Soweit die Theorie.

In der Realität nutzten viele Wittenberger und sicher aus Auswärtige das Gelände, um säckeweise Unrat über den Zaun zu werfen. "Jahr für Jahr haben wir nicht nur einen große Schredder bestellt und bezahlt, sondern auch für die Abfuhr des Mülls tief in die Verbandstaschen greifen müssen", sagt Wilhelm Zachow. Die Kosten hätten alle 60 Vereine im Kreisverband geschultert. Sicher, es gibt nicht allein in Wittenberge derartige Einrichtungen. Auch in Perleberg und in Karstädt existieren Schredderplätze. "Aber dort klappt es wesentlich besser. Wir haben lange nicht solche Probleme wie hier in der Stadt", sagt der Geschäftsstellenleiter.

Gestern hat sich Zachow mit einer Firma getroffen, die das Gelände an der B 189 endgültig räumen soll. "Es ist kaum vorstellbar, was dort alles liegt", erklärt der Geschäftsstellenleiter mit Verweis auf die zahlreichen blauen Säcke, aus denen jede Menge undefinierbarer Müll quillt. Ärgerlich schüttelt er den Kopf, wenn er an Telefonate in den letzten Tagen denkt. "Wann macht ihr denn euer Müllplatz oben an der B 189 wieder auf?", haben die Anrufer gefragt. "Das zeigt doch ganz deutlich, wie die Leute denken und dann auch handeln."

Wer in Wittenberge künftig Grünschnitt entsorgen will, der sich nicht kompostieren lässt und auch für das Verbrennen nicht geeignet ist, kann zur ehemaligen Deponie am Krähenfuß fahren. Gegen einen gewissen Obolus kann man dort sein Grüngut abgeben, zeigt Zachow den offiziellen Weg auf, der organisierten und anderen Kleingärtnern hier in der Stadt offen steht.

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