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Lokales

22. Oktober 2017 | 06:42 Uhr

Schock an A 14: Bund lehnt Lärmschutz ab

vom

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2010 | 05:54 Uhr

Dämelow | Der Traum vieler Dämelower von Lärmschutz an der neuen Autobahn 14 ist wohl endgültig geplatzt. Das Bundesverkehrsministerium lehnt Nachbesserung an der Brücke ab. In Dämelow wächst der Unmut - auch gegenüber Landesverkehrsminister Volker Schlotmann (SPD), der sich für mehr Lärmschutz eingesetzt hatte. Der Streitpunkt bleibt: Ist die A 14 zu laut für Anwohner oder nicht?

"Das ist der blanke Hohn", schimpft Johannes Nagat. Der Dämelower kann nicht fassen, was Landesminister Schlotmann mitteilt. Die Mühlenbachbrücke werde nicht nachgerüstet. Eine Anfrage sei abgelehnt worden. "Begründet wurde diese Entscheidung mit dem fehlenden lärmschutztechnischen Erfordernis und der Unwirtschaftlichkeit einer derartigen Maßnahme", teilt Schlotmann mit. Seine Sprecherin erklärt: Es handele sich bei der A 14 nun mal um eine Baumaßnahme des Bundes.

Schlotmann hatte zu Sommerbeginn das Straßenbauamt Schwerin beauftragt, mehrere Varianten der Lärmschutznachbesserung zu prüfen: Lärmschutzplatten an der Brücke, Nachbesserungen an der Brücke von unten, Nachrüstung der Übergänge an den Brückenköpfen oder eine komplette Erneuerung dieser Übergänge. Die Kosten hätten je nach Variante zwischen 400 000 und 800 000 Euro gelegen (SVZ berichtete). Das Straßenbauamt hatte zuvor erklärt, dass rechtlich kein Anspruch bestehe.

Auch die politische Einmischung des Landesministers wird nun nicht für ruhigen Schlaf in Dämelow sorgen. Johannes Nagat als ein Sprecher einer Anwohnerinitiative glaubt nach wie vor nicht an die Richtigkeit der Lärmwerte, die das Straßenbauamt vorlegt. Wie laut Autos und Lkw beim Fahren auf der A 14 sind, sei im Vorfeld per Prognose ermittelt worden, hieß es aus dem Straßenbauamt. Demnach seien Grenzwerte für Anwohner weder am Tage noch nachts überschritten. Die Dämelower jedoch fordern Messungen vor Ort - bei rollendem Verkehr. Sie haben selbst welche durchführen lassen. Ergebnis: mehr als 49 Dezibel an Wohnhäusern in der Nacht. Vor allem das laute Schlagen beim Überqueren der Brückenübergänge, störe. Nagat kündigt an: "Wir werden jetzt massiv gegen diese Ablehnung vorgehen." An die Adresse des Landesministers sagt er: "Das ist reiner Populismus." Schlotmann habe sich "vom Straßenbauamt vorführen lassen".

Bibows Bürgermeister Dettlef Lukat glaubte zunächst, mit dem aktuellen Schlotmann-Schreiben wäre nur eine Variante abgelehnt. Auf Nachfrage bestätigt Ministeriumssprecherin Julia Hasse jedoch: Alle Varianten seien vom Tisch. Alle bis auf eine: Die Dämelower sollen im November 108 Bäume als Lärmschutz zwischen A 14 und Ort erhalten. Ein Pflaster ohne Wirkung: Nach früheren Aussagen von Straßenbauamtsleiter Thomas Taschenbrecker sei der Lärmschutz durch die Anpflanzung gleich Null.

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