zur Navigation springen

Schnitzler hat 100 000 Euro von Wettpaten kassiert

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2011 | 06:26 Uhr

Hamburg | Im Fußball-Wettskandal hat sich ein weiterer Profi offenbart. Und erneut ist eine Partie des FC Hansa Rostock betroffen. Der frühere St.-Pauli-Stürmer René Schnitzler gab im Magazin "Stern" zu, 100 000 Euro von einem Wettpaten namens "Paul" kassiert zu haben. Er bestritt aber eine Manipula tion von Duellen im Jahr 2008, berichtet das Magazin in seiner heute erschienenen Ausgabe. "Seit ich 18 Jahre alt bin, gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht gespielt habe", gestand Schnitzler.

"Das hat uns sehr geschockt, auch wenn hier anscheinend keine Manipula tion vorliegt. Wenn sich ein Spieler mit der Wettmafia einlässt, dann wird der Sport eindeutig mit Füßen getreten. Das verurteilen wir aufs Schärfste", betonte St. Paulis Pressechef Christian Bönig.

In diesem Fall habe es den Anschein, dass Schnitzler einen Betrüger betrogen habe. "Zum damaligen Zeitpunkt haben wir keine Auffälligkeiten bemerkt. Leider können Vereine nicht bis ins Detail die Freizeitgestaltung ihrer Spieler kontrollieren oder steuern", ergänzte Bönig.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) reagierte umgehend auf die Aussagen des derzeit vereinslosen Profis. "Der Liga verband hat den Vorfall zur Kenntnis genommen und unverzüglich Maßnahmen eingeleitet. Nach gegenwärtigem Stand sind uns keine Auffälligkeiten bekannt. Weder haben wir seitens Sportradar Hinweise zu auffälligen Wettbewegungen erhalten noch hat der Spieler, der bei drei der fünf angegebenen Partien auch gar nicht zum Einsatz gekommen ist, Spielmanipulationen zugegeben", hieß es in einer Erklärung.

Man habe beim Wettkontrolleur Sportradar eine erneute Prüfung der genannten Begegnungen in Auftrag gegeben. Zudem würden die im Wettskandal ermittelnde Staatsanwaltschaft Bochum und der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt.

Zwischen 2007 und 2009 hatte es René Schnitzler auf 33 Einsätze (7 Tore) für die Hamburger gebracht. Bei den fraglichen Partien, die er hätte manipulieren sollen, soll es sich nach "Stern"-Angaben um Auswärtsspiele der Hanseaten bei Mainz 05 (Saison 2007/2008), bei Hansa Rostock, beim FC Augsburg, beim MSV Duisburg und erneut bei Mainz 05 (jeweils 2008/2009) handeln. In der Vergangenheit gerieten bereits die Auftritte der Rostocker in Ahlen (2009/10) sowie Braunschweig (2206/07) in den Fokus der Ermittler.

Vor Schnitzler hatte der frühere Profi des VfL Osnabrück, Marcel Schuon, seine Verwicklung in den Wettskandal teilweise gestanden und war vom DFB gesperrt worden.

Laut "Stern" handelt es sich bei dem Wettpaten um einen Niederländer und dabei mutmaßlich um eine zentrale Figur im Wettskandal. Er war "Boss und Lenker", so das Magazin. Die Unterlagen sollen nahelegen, dass er für mutmaßliche Manipulatoren hohe Wetten in Asien platzierte, die von deutschen Wettanbietern nicht gehalten worden wären.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen