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Lokales

21. November 2017 | 01:45 Uhr

Schnelles Internet für Elbdörfer geplatzt

vom

svz.de von
erstellt am 10.Jun.2010 | 09:09 Uhr

Bad Wilsnack | Gut ein Jahr lang hatte das Amt Bad Wilsnack/Weisen mit der Mittelständischen Kabel Holding GmbH (MKH) geplant, über Richtfunk schnelles Internet in einem Großteil des Amtsgebietes zu schaffen, doch in dieser Woche kam das Aus.

MKH-Geschäftsführer Ulrich Heynmöller teilt mit, dass es nicht möglich sei, das Projekt zu realisieren. Aber er begründet die Absage recht vage. Es sei "im Zusammenhang mit der Notwendigkeit, viele Beteiligte einzubeziehen und zu integrieren, am Ende zu komplex geworden", sagt Heynmöller und verweist auf mehrere technische Dienstleister und Institutionen, die Bestandteil des Konzeption seien, in dieser Konstellation aber noch nicht zusammengearbeitet hätten.

Hans-Jürgen Arndt, Amtsdirektor von Bad Wilsnack/Weisen, ist verärgert, denn "wir waren so optimistisch, jetzt ist ein Jahr Arbeit umsonst, da verlieren wir doch an Glaubwürdigkeit gegenüber den Bürgern". Die Amtsverwaltung will sich jetzt an die Omega Consulting in Potsdam wenden, die Breitbandberatung für Brandenburg anbietet. Die schließt zum einen die Infrastrukturuntersuchung ein, geht also über die reine Bedarfsmeldung der Bürger hinaus, und gibt auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse Hilfe bei der Umsetzung in Form von Gesprächen mit in Frage kommenden Netzbetreibern, um deren Angebote bei einer Ausschreibung zu sichern.

Diesen Weg werden wohl auch viele andere Prignitzer Kommunen gehen müssen, denn ein Gesprächsrunde mit Vertretern der Telekom machte in dieser Woche noch einmal deutlich, was der Konzern leisten könne und wolle, und was nicht. Was beispielsweise die weißen DSL-Flecken in der Gemeinde Karstädt anbelangt, erinnert Telekom-Sprecher Georg von Wagner auf "Prignitzer"-Nachfrage an die in den 90er Jahren dort eingebaute Glasfaserinfrastruktur, die sich nicht für DSL eigne. Sie müsste also ersetzt werden. "Das können wir uns derzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten." Er rät betroffenen Kommunen, ein Auswahlverfahren in die Wege zu leiten. Die Telekom wäre dabei behilflich.

Allerdings hilft auch das nur, wenn sich Interessenten für eine technische Lösung und damit die Anbindung an das schnelle Internet finden.

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