Schneezäune sind Mangelware

Vielerorts hätten sie auch in der Prignitz Verwehungen entschärfen können, wenn es sie denn gäbe: Schneezäune.Archiv (2)
Vielerorts hätten sie auch in der Prignitz Verwehungen entschärfen können, wenn es sie denn gäbe: Schneezäune.Archiv (2)

von
20. Januar 2010, 08:55 Uhr

Prignitz | An Prignitzer Kreisstraßen stehen seit mehreren Jahren keine Schneezäune mehr. Das bekamen Kraftfahrer und Winterdienst in diesen tagen häufiger zu spüren: Auf ungeschützten Flächen häufte der Wind den Pulverschnee auf Straßen an. Nicht meterhoch wie in Mecklenburg oder Schleswig-Holstein, aber hoch genug, um Fahrer zu behindern.

Zwei Gründe für die fehlenden Zäune nennt Günter Stoffers als Leiter der Kreis straßenmeisterei: Die zurückliegenden Winter seien harmlos gewesen, hätten keine Schneezäune erfordert und die Zäune seien begehrtes Diebesgut: "Von den einst gekauften vier Kilometern Länge ist nur noch etwa die Hälfte vorhanden", sagt Stoffers.

Der Kreis wolle aber reagieren und vor dem nächsten Winter Zäune errichten. "Daisy wehte an Stellen, die wir bisher nicht als windanfällig erfasst hatten", so Stoffers. Auf Karten waren langjährige Erfahrungswerte vermerkt, wo es in früheren Jahren häufig zu Verwehungen gekommen sei. "Wir werden dort Zäune aufstellen, wo es am vergangenen Wochenende Behinderungen gab", kündigt Stoffers an.

Der Landesbetrieb für Straßenwesen hat auch in diesem Winter Zäune errichtet. "Insgesamt acht Kilometer", sagt Karl-Heinz Dürr von der Kyritzer Niederlassung. Davon stehen sechs Kilometer an den Bundesstraßen 189 und 103. Die restlichen zwei Kilometer errichteten Mitarbeiter an der Landesstraße 14 zwischen Freyenstein und der Landesgrenze sowie entlang der L 111 zwischen Putlitz und Pritz walk, informiert Dürr. In den vergangenen Jahren habe die Zaunlänge stets konstant acht Kilometer betragen.

Auch im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern sind Schneezäune mittlerweile eine Rarität, beispielsweise in den Kreisen Parchim und Güstrow. Immerhin hat das Straßenbauamt Güstrow im November an Bundes- und Landesstraßen 24,5 Kilometer Schneezäune aufgestellt. Mitarbeiter Burkhard Kohn spricht dennoch von einem "Lotteriespiel". Erfahrungswerte aus den Vorjahren fehlen, da kaum Schnee fiel. Aber auch Veränderungen in der Landschaft würden sich auswirken. Selbst kleine Erhebungen, die 100 Meter von einer Straße entfernt seien, können für riesige Verwehungen sorgen. Erstaunlich seien auch Verwirbelungen hinter Alleebäumen, sagt Kohlenberger.

Prignitzer Erfahrungen mit Zaundieben kann der Landkreis Güstrow bestätigen. Jedes Jahr gebe es einen Schwund. Mancher Zaun lande als Volleyballnetz in privaten Gärten oder in Hühnerställen, Heringe seien bei Campern sehr beliebt. Deshalb verzichte der Kreis auf die Zäune. Aufwand und Nutzen stünden in keinem Verhältnis zueinander.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen