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Lokales

24. November 2017 | 13:54 Uhr

Schnee von gestern belastet Haushalt

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2010 | 06:13 Uhr

Parchim | Die Wetternachrichten der zurückliegenden Tage lassen aufhorchen: Am Parchimer Flugplatz wurde mit minus einem Grad Celsius die tiefste Temperatur in ganz Mecklenburg-Vorpommern gemessen. Braunbären am Plauer See bereiten ihre Höhlen auf die Winterruhe vor und auch Katzenliebhabern wird aufgefallen sein, dass sich die vierbeinigen Freunde tüchtig Winterspeck anfressen. "Mit einem baldigen Wintereinbruch muss man immer rechnen. Schließlich gab es auch in Parchim schon mal an einem 13. Oktober tüchtig Schnee", erinnert sich Bernd Warncke. Er hat seit fast zwei Jahrzehnten in der Stadtverwaltung den Hut beim Winterdienst auf. Auf einer Fachberatung hat es Bernd Warncke kürzlich aus dem Mund der Experten gehört: Meteorologen gehen von einem überdurchschnittlich feuchten Winter aus. Niemand kann natürlich derzeit vorhersagen, ob die Niederschläge als Regen oder Schnee auf der Erde landen.

Noch nicht alle Straßen repariert

"Bei einem baldigen Wintereinbruch bekämen wir vor allem ein finanzielles Problem", macht Frank Schmidt als Chef des zuständigen Fachbereichs klar. Die Aufwändungen für den vergangenen Winter, die in der Kreisstadt bei rund 280 000 Euro lagen, haben tiefe Löcher in den Stadthaushalt gerissen. Nach Erfahrungen früherer Jahre waren zunächst 130 000 Euro für den Winterdienst eingestellt worden. Doch dies erwies sich als Rechnung ohne Petrus. "Es wurden 150 000 Euro zusätzlich benötigt und der letzte Winterdienst war damit der teuerste Einsatz in der Geschichte der Stadt", sagt Schmidt. Damit wurde für die Schneebeseitigung etwa genau so viel Geld benötigt wie Parchim für die Straßensanierung im ganzen Jahr einsetzen kann. Und auch in der Kreisstadt konnten - wie beispielsweise in der Mühlenstraße - noch nicht alle Winterschäden aus Geldmangel beseitigt werden.

Obwohl das Jahresbudget längst aufgebraucht ist, muss aber in der Kreisstadt niemand befürchten, dass bei Schneefall die Räumdienste untätig bleiben. "Dann wird das dafür benötigte Geld mit anderen Haushaltsstellen ausgeglichen", stellt Frank Schmidt klar.

Städtisches Salzsilo gut gefüllt

Warncke blickt trotz der Probleme gelassen auf die bevorstehende Aufgabe. "Wir sind gut vorbereitet und können uns seit Jahren auf Partner verlassen", sagt er. Die Stadt Parchim, die nur über einen relativ kleinen Betriebshof verfügt, hat private Firmen vertraglich für die Beräumung von Gehwegen und Straßen gebunden. Auch das stadteigene Salzsilo mit einer Kapazität von 75 Tonnen sei gut gefüllt. Die Lieferanten hätten zugesagt, dass Engpässe wie im vergangenen Winter nicht wieder vorkommen. Warncke bleibt skeptisch. Und auch die bis zu dreifach höheren Salzpreise könnten erneut zum Problem werden. Obwohl in Parchim laut Satzung fast ausschließlich mit Sand abgestumpft wird, wurden auf schwierigen Straßenabschnitten immerhin 150 Tonnen Salz benötigt. "Dabei wird computergesteuert dosiert, um die Mengen gering zu halten", betont Warncke.

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