Schnapsidee wurde zum Volltreffer

Ed Schütze ist auch bekannt für seine Kuchenkreationen.
Ed Schütze ist auch bekannt für seine Kuchenkreationen.

von
10. April 2010, 01:57 Uhr

Weberin | In unserer Serie stellen wir prominenten und weniger bekannten Leuten aus unserer Region Fragen. Diesmal antwortet Ed Schütze, Café-Wirt und Lebenskünstler in Weberin.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Weberin?

Ed Schütze: Auf unserem Anlegersteg am Glambecksee.

Was würden Sie als Bürgermeister in Kuhlen-Wendorf sofort ändern?

Ich würde versuchen mit alternativen Energien unser Dorf unabhängig von

Energiemultis zu machen und autark zu versorgen - gelungene Beispiele gibt es schon in Deutschland, die auch gerne ihre Erfahrungen weitergeben.

Wo kann man am ehesten treffen?

Im Café Naschwerk.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit 14 in einer Tischlereiwerkstatt für Fischkisten in IJmuiden (Holland) im

Fischereihafen.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Davon habe ich meine erste Jeans gekauft.

Was würden Sie gerne können?

Ich möchte gerne Gitarre spielen können.

Was stört Sie an anderen?

Negativität, Rassismus; optimistische Menschen machen mich glücklich.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Beim Kanu fahren mit dem ehemaligen österreichischen Chefkoch von Wendorf Willy Oberreiter, er konnte nicht steuern, weil er mich zu fett fand - inzwischen habe ich fast 20 Kilo abgenommen. Ich kann gut über meine eigene Dummheit lachen.

Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?

Was ist schon unvernünftig? Wenn es heißt, Entscheidungen nur nach Bauchgefühl und nicht nach gängigen Normen zu treffen, dann mache ich ständig "Unvernünftiges". Jeder hat uns z. B. für verrückt erklärt, hier nach Mecklenburg "auszuwandern", für mich war es im Nachhinein die perfekte Entscheidung, ich bin hier "angekommen".

Auch das Cafe Naschwerk war nicht geplant und eine verrückte Schnapsidee,

die sich inzwischen auch als Volltreffer entpuppt.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Meine Frau Ulrike. Sie war schwer krank, und wenn sie auf die Ärzte gehört

hätte, wäre sie wahrscheinlich schon tot. Sie hat den Mut und die Kraft gehabt, zu tun und zu lassen, was sie für richtig hielt, und ist heute so gesund wie ein Fisch im Wasser (natürlich nur in McPomm).

Welches Buch lesen Sie gerade?

Andrew Davidsons Roman-Debüt Gargoyle, ein außergewöhnliche, unerwartete Geschichte.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Wir haben fünf Jahre keinen Fernseher gehabt, haben uns vor zwei Wochen einen angeschafft und wollen ihn eigentlich schon wieder los werden.

Wo trifft man Sie eher: bei einer Wanderung in der idyllischen Natur oder bei einem Fußballspiel des Brüeler SV?

Fußball interessiert mich gleich null - ständig informieren mich Gäste über irgendwelche Holland-Deutschland Fußballgeschichten und können nicht verstehen, dass ich absolut keine Ahnung davon habe.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Tom Waits, einen meiner Musiker-Favoriten, der sehr zurückgezogen lebt.

Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Italienisch, aber das koche ich natürlich auch selbst, ich mache sogar Pasta

selbst. (Geheimtip: Schokoladennudeln!)

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

20 million things von Lowell George, ein sehr schönes Liebeslied. Leider kennt ihn hier kaum jemand, er hat nur eine CD gemacht und ist jung gestorben.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

Meinen Festo-Akkuschrauber bekam ich sehr unerwartet von meiner Frau. Ich liebe gute Werkzeuge.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Mit Handgepäck und Creditcard durch die Welt reisen -vor 17 Jahren kam ich

nach Deutschland mit fast nichts - daher kenne ich dieses glückliche unbeschwerte Gefühl, ohne "Gepäck" zu sein. Die Creditcard darf aber heute gerne als "Goldesel" dabei sein. Allerdings

muss ich vorher wohl noch viele Torten backen!

Was werden Sie als Rentner machen?

In Ruhe und mit viel Zeit schöne, kreative Dinge aus Holz herstellen.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Karin Blohm, eine der positivsten, nettesten Personen, die ich hier kenne.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen