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Historische Bauten : Schmuckstück aus alten Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor 100 Jahren wurde die Schmiede von Zahren errichtet / Bis heute ist das Gebäude erhalten – mittlerweile als Wohnhaus

Das Dorf Zahren gehört zur Gemeinde Gallin-Kuppentin. Ende des 12. Jahrhunderts war das Gebiet zwischen Plau, Lübz und Goldberg wenig besiedelt. Zahren und die meisten anderen Dörfer waren von Slawen bewohnt. Erstmalige Erwähnung fand Zahren im Mecklenburgischen Urkundenbuch unter Nr.436 am 3.August 1235 als Syarnitz. Zahren war spätestens ab 1818 Domäne des Großherzoglichen Hausgutes und ab 1919 Staatsdomäne. Im Jahr 2010 konnte Zahren auf sein 775-jähriges Bestehen zurückblicken.

Viele Gebäude in Zahren haben eine lange Geschichte, leider sind kaum Aufzeichnungen vorhanden. Doch bei dieser Jubilarin, da bestehen noch Notizen, auf denen zurückgegriffen werden kann. Klaus Beck, der vor kurzem wieder in sein Heimatdorf zurückgezogen ist, hat sie hervorgeholt. Nach früheren Aussagen von Zeitzeugen wurde das bei den Zahrener Bürgern immer noch als „Schmiede“ genannte Gebäude 1914 errichtet. Damit wird die ehemalige Dorfschmiede in diesem Jahr 100 Jahre alt und die Zahrener freuen sich, dass ein Zeugnis ihrer Dorfgeschichte nicht dem Verfall preisgegeben war. Ein kurzer Rückblick soll zeigen, welche Wandlung das Gebäude in seinem „Leben“ durchzog.

Der Domänenpächter Steinkopff ließ es als Depot für seine Kutschen und als „Warteraum/Ausspanne“ für die Kutschen seiner Gäste errichten. Mit dem Ausbruch des 1.Weltkrieges – im August 1914 – änderte sich die Nutzung. Französische Kriegsgefangene, die auf dem Gut arbeiten mussten, wurden hier untergebracht. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges wurde das Gebäude als Schmiede genutzt. Von 1928 bis 1970 war Wilhelm Pagel, ein exzellenter Meister seines Faches, hier als Schmiedemeister tätig. Unmittelbar an das Gebäude wurde eine Stellmacherei errichtet. Seit Anfang der dreißiger Jahre bis 1975 war hier die Wirkungsstätte von Stellmacher Wilhelm Brandt. Beide ergänzten sich in ihrer Arbeit und waren weit über die Dorfgrenze hinaus bekannt. Bis zur politischen Wende 1990 blieb das Gebäude der Technikstützpunkt der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Und es hat überlebt.

Nach zwei gescheiterten Versuchen der „Wiederbelebung“ ist die „Schmiede“ heute das Wohnhaus der Familie Rausch. Nach dem Erwerb im Jahre 2006 begannen sie mit der Sanierung, Stück für Stück erhielt das Gebäude sein Antlitz wieder. Eine Bereicherung für das Dorf.

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