Schmallenberg-Virus verschont Mark

<fettakgl>Ein Stück Milz von einem</fettakgl> Schaf wird in einem Labor auf den Schnallenberg-Virus untersucht.  Die Infektionswelle hat brandenburgische Viehhalter bisher weniger stark getroffen als zunächst befürchtet.<foto>carsten rehder/dpa</foto>
Ein Stück Milz von einem Schaf wird in einem Labor auf den Schnallenberg-Virus untersucht. Die Infektionswelle hat brandenburgische Viehhalter bisher weniger stark getroffen als zunächst befürchtet.carsten rehder/dpa

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03. Juli 2012, 10:13 Uhr

Potsdam/Wusterhausen | Die Schmallenberg-Infektionswelle hat brandenburgische Viehhalter bisher weniger stark getroffen als zunächst befürchtet. Wie Landestierarzt Klaus Reimer in Potsdam mitteilte, waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 44 Viehhalterbetriebe betroffen. Die genaue Anzahl erkrankter Rinder, Schafe und Ziegen ist jedoch nicht bekannt. Im gleichen Zeitraum waren in Nordrhein-Westfalen zwölfmal mehr Viehwirtschaften als in Brandenburg betroffen. Auch Betriebe aus Hessen und dem westlichen Niedersachsen meldeten nicht unerhebliche Verluste, hieß es.

"Der Orthobunya-Virus ist 2011 das erste Mal im Benelux-Raum aufgetreten. Erwachsene Tiere zeigen aber kaum Krankheitszeichen", erklärte der Veterinär. Wässrige Durchfälle oder eine gesunkene Milchleistung seien als Symptome beschrieben, ergänzte Franz J. Conraths vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Wusterhausen (Ostprignitz-Ruppin). Viehhalter würden hiervon jedoch nur wenig mitbekommen. Anders bei trächtigen Muttertieren: "Lämmer und Kälber kommen oft schwer missgebildet oder tot zur Welt", stellte Reimer fest. Dagegen könne man nicht sehr viel tun. Schutzimpfungen gebe es bisher nicht.

"Wenn uns die Lämmer wegbrechen, ist das schon ein immenser Schaden", sagte Steffen Deike. Haupteinnahmequelle sei für den Schäfer aus Manker (Ostprignitz-Ruppin) der Verkauf allein der Jungtiere. "Aber zum Glück sind meine 400 Mutterschafe vom Schmallenberg-Virus verschont geblieben." Deike führt dies unter anderem darauf zurück, dass seine Mutterschafe erst im Oktober gedeckt werden und die Lämmer zu Jahresbeginn auf die Welt kommen. "Im Herbst ist es schon kalt. Da gibt es keine Mücken mehr", erklärte er.

Gnitzen, blutsaugende Mücken, werden als Überträger vermutet. Es gebe Analogien zur Blauzungenkrankheit. Hochsaison haben diese in der vor allem in der warmen Jahreszeit von Mai bis September. In dieser Zeitspanne würden die meisten Neuinfektionen festgestellt, so Conraths. "Wir setzen auch in Zukunft darauf, dass Brandenburg von diesem Krankheitserreger verschont bleibt", sagte Landestierarzt Reimer. Das Monitoring laufe bereits auf Hochtouren, denn aus Frankreich werden erste Neuerkrankungen gemeldet. "Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt." Bedrohlicher als das Schmallenberg-Virus sei die afrikanische Schweinepest. Derzeit wüte diese rund um das russische Sankt Petersburg. "Wir achten bei Kontrollen von Tiertransporten verstärkt darauf, dass diese Schweinepest nicht bei uns eingeschleppt wird", betonte der Landesveterinär.

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