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Lokales

23. Oktober 2017 | 21:09 Uhr

Schlusspunkt bei der Dorferneuerung

vom

svz.de von
erstellt am 16.Jun.2011 | 05:43 Uhr

Brüsewitz | Die Übergabe der grundlegend sanierten Straße Zum Wald gestern Nachmittag war für den Brüsewitzer Bürgermeister Manfred Dutz ein Termin mit einer erfreulichen und mit einer weniger erfreulichen Seite.

Die gute Nachricht zuerst: Für etwas mehr als 230 000 Euro haben die Anwohner am Dorfrand von Brüsewitz eine schmucke, 3,50 Meter breite Asphaltstraße erhalten. Diese ist 460 Meter lang. Auch Regenwasser- und Versorgungsleitungen sind neu verlegt worden. Knapp 100 000 Euro der Baukosten kommen aus dem Topf der Dorferneuerung, nicht alles was förderfähig. Den Großteil der Investitionssumme mussten daher Gemeinde und Anwohner selbst aufbringen. "Das ist zugleich das letzte Projekt, für das wir Geld aus der Dorferneuerung bekommen haben", berichtet Dutz.

Offiziell in diesem Projekt ist Brüsewitz seit dem Jahr 2001. In die Infrastruktur der Gemeinde sind rund 1,5 Millionen Euro geflossen - die Hälfte über die Dorferneuerung, die andere Hälfte wiederum aus der Gemeindekasse und aus den Portemonees der jeweiligen Anlieger. Zahlreiche Straßen konnten so saniert werden. Fördergeld floss ferner in die Sanierung von Dach und Saal des Kulturhauses. "Wir haben mit Hilfe der Dorferneuerung und anderer Förderprogramme einen guten Stand erreicht", ist Manfred Dutz stolz. Doch gern hätte er weiterhin Geld aus diesem Topf genutzt. Denn dass die Gemeinde Brüsewitz nur eine Höchstsumme von 750 000 Euro Dorferneuerungsmittel bekommt, stört den Bürgermeister. Eigentlich gelte die Faustregel 750 Euro pro Einwohner. Doch bei Kommunen mit mehr als 1000 Einwohnern steige die Höchstsumme nicht mehr an. "Wir haben 2200 Einwohner", so Dutz. Und das sei in diesem Fall ein Nachteil.

Bürgermeister Manfred Dutz: Große Gemeinden benachteiligt

Dutz führt noch einen weiteren Kritikpunkt an. Zwei Straßenbauprojekte aus Mitte der 1990er-Jahre wurden in die Gesamtsumme einbezogen, obwohl Brüsewitz damals noch nicht im Programm war. Nun gibt es kein Fördergeld mehr. Dabei hätte die Gemeinde gern noch unsanierte Straßen in Angriff genommen, beispielsweise die Draguner Straße in Brüsewitz und die Straße Zum Rehmsee in Gottmannsförde. "Ohne Fördermittel wird das teuer", weiß Dutz. Und das gilt nicht nur für die Gemeinde, auch die Anlieger müssten stärker zur Kasse gebeten werden. Das wiederum sei den Betroffenen nur schwer zu vermitteln, betont der Bürgermeister.

Doch die Gemeinde Brüsewitz hat es inzwischen schriftlich vom Landkreis Nordwestmecklenburg: Brüsewitz fällt nach zehn Jahren raus aus dem Dorferneuerungsprogramm, damit andere Gemeinden in den Genuss dieser Förderung kommen. Das hat auch Auswirkungen auf Privatpersonen in Brüsewitz, die ihr Haus mit Hilfe der Dorferneuerung sanieren wollen. Für markante oder denkmalgeschützte Einzelobjekte gibt es zwar weiterhin Geld aus der Dorferneuerung. Generell bevorzugt werden aber Gemeinden, die im Projekt drin sind, informiert die Kreisverwaltung. Allerdings sind die Mittel im diesem Jahr bereits ausgeschöpft - für private und für öffentliche Vorhaben gleichermaßen.

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