Schlossfestspielen fehlen die Zuschauer

svz.de von
09. Juli 2010, 08:23 Uhr

Schwerin | Die Inszenierung ist super, Solisten und Chöre sind spitze, das Wetter ist schön und dennoch sind an einzelnen Tagen auf dem Alten Garten die Zuschauertraversen bei der Freiluft-Oper "Die Macht des Schicksals" nur halb gefüllt. Insider rechnen mit insgesamt 25 000 Besuchern bei den 23 Vorstellungen. In früheren Jahren betrug die Zahl der Gäste manchmal mehr als das Doppelte. Sind die Schweriner Schlossfestspiele ein Auslaufmodell?

"Auf keinen Fall", versichert Joachim Kümmritz, Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, das gleichzeitig neben dem regulären Spielbetrieb auch die Open-Air-Inszenierung auf dem Alten Garten stemmt. Seit 17 Jahren sei die Freiluft-Inszenierung im Schlossinnenhof bzw. vor der Kulisse des Märchenschlosses Leuchtturm des Schweriner Kultursommers und Anziehungspunkt für Opernfreunde aus ganz Deutschland. Mehr als 70 Prozent der Besucher kommen mittlerweile aus Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern.

"Im europaweiten Ranking des renommierten Magazins ,Festspiele sind wir in den vergangenen Jahren in der Kategorie ,Schlossfestspiele immer auf Platz drei oder vier gekommen. 2009 lagen nur Glyndebourne in Großbritannien, Savonlinna in Finnland und die Haydnfestspiele in Österreich vor uns", berichtet Kümmritz.

Doch die Konkurrenz wächst. Der Intendant verweist auf die Schlagzeile der Fachzeitschrift: "Es gibt Veränderungen im Festspiele-Ranking, immer neue Festivals drängen vor, während etablierte an Schwung verlieren." Um diesem Trend entgegen zu wirken, werde es in Schwerin Veränderungen geben, kündigt der Intendant an. Nächstes Jahr werde auf der Freilichtbühne gespielt - Webers "Freischütz".


Seite 17

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen