Schlichten statt Richten

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17. Februar 2011, 01:57 Uhr

Boizenburg | Die Schiedsstelle des Amtes Boizenburg-Land ist mit Horst Schrecke aus Zweedorf, Ursula Bartnick aus Besitz und Ulrich Krohn aus Schwanheide nicht nur neu besetzt, sondern hat auch ihre Sprechzeiten geändert. Dietmar Kreiß sprach mit dem Schiedsmann Horst Schrecke über den Grund.

Herr Schrecke, bisher war der Sprechtag jeden zweiten Donnerstag im Monat. Sie haben ihn zwei Tage vorverlegt, warum?

Schrecke: Weil das aus unserer Sicht bürgerfreundlicher ist. Die Verwaltung ist in dem Gebäude in der Fritz-Reuter-Straße donnerstags lediglich bis 12 Uhr geöffnet, dienstags aber bis 18.30 Uhr. Wir sind am gleichen Tag von 17.30 bis 18.30 Uhr da. Wer zu uns möchte, kann sich so einen zusätzlichen Weg in die Stadt sparen.

Wer kann denn Hilfe erwarten?

Alle, die nicht vor Gericht mit ungewissem und meist teurem Ausgang streiten möchten. Schlichten statt Richten, ist die Alternative. Dafür gibt es übrigens bereits seit 1827 die Initiative der Schiedsfrauen und -männer in Deutschland.

Wann werden Sie tätig?

Das reicht von strafrechtlichen Privatklageverfahren, wie Beleidigung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung bis hin zu zivilrechtlichen Streitigkeiten, z.B. bei Geld und Geldwerten und Nachbarschaftsstreit, wie er u.a. bei Überhang sowie Grenzbepflanzung und -abständen aufkommen kann.

Kann der Streit unter Nachbarn nicht zum Dorfklatsch ausarten?

Nicht durch uns. Die Schiedsfrauen und -männer arbeiten ehrenamtlich und sind zu absolutem Stillschweigen und Unparteilichkeit verpflichtet. Sie werden ständig von Volljuristen geschult und stehen in Kontakt mit den zuständigen Gerichten.

Sie sprechen aber kein Urteil.

Nein, einen Schlichterspruch, und der kann Zeit, Nerven und Geld sparen. Da vor der Schiedsstelle keine Partei "gewinnt" oder "verliert", ist es sehr wahrscheinlich, dass der erzielte Frieden von Dauer ist.

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