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Lokales

25. September 2017 | 19:05 Uhr

Schlechte Erträge bei Maisernte erwartet

vom

svz.de von
erstellt am 06.Okt.2010 | 08:55 Uhr

Pritzier/Hagenow | Die Erntefeste der vergangenen Wochen waren eigentlich verfrüht, denn aktuell läuft gerade die Maisernte an, eine der wichtigsten Kampagnen des Jahres in der Region. Steht doch die Futter- und Energiepflanze im Landkreis Ludwigslust auf gut 25 000 Hektar, das ist rund ein Viertel der Ackerfläche. Doch die Ertragsaussichten für dieses Jahr sind alles andere als rosig. Nach ersten Schätzungen ist mit Erträgen zu rechnen, die gut ein Drittel unter den Mengen guter Erntejahre liegen. Schuld daran ist das aus dem Ruder gelaufene Wetter in diesem Jahr. Erst kam die viel zu große Hitze, dann zu viel Wasser. Die Folgen sind an vielen Feldern zu besichtigen. An etlichen Standorten steht der Mai nur kniehoch, obwohl er sonst drei Meter und mehr an Höhe erreichen müsste. Auch viele Maiskolben machen eher einen jämmerlichen Eindruck, oft fehlte den Pflanzen die Kraft, die Kolben voll auszubilden. Dazu kommt, dass etliche Bestände von den Maisbeulenbrand betroffen sind. Statt der Kolben gibt es da nur matschige Pflanzenreste zu ernten. Nach den jetzt trockenen Tagen ist die Ernte, für die Experten bis zu drei Wochen veranschlagen, nun voll angelaufen. Manche Bauern haben die Erntemaschinen schon vorher in die Schläge geschickt, weil ihnen schlicht das Futter ausgegangen war. Daneben wird Mais vor allem als Energielieferant für die zahlreichen Biogasanlagen, die es im Kreis gibt, benötigt. Auch hier müssen sich die Betreiber wohl umstellen, weil die eingeplanten Mengen wohl nicht hereinkommen werden. Die Maisernte ist die Hochzeit für spezialisierte Anbieter, wie das Lohnunternehmen Zeyn mit Sitz auch in Pritzier. Die riesigen Erntemaschinen mit den groß dimensionierten Anhängern und entsprechenden Zugmaschinen kann sich längst nicht mehr jedes landwirtschaftliche Unternehmen leisten. Für eine komplette Häcksellinie werden schnell einmal bis zu 1,5 Millionen Euro an Investitionskosten fällig. So brechen u. a. für die Firma Zeyn gute Zeiten an, auch, weil sich die Anbauflächen für Mais in den vergangenen deutlich vergrößert haben. Vor zehn Jahren gab es im Landkreis gerade einmal Mais auf 15 000 Hektar Fläche. Der Kreisbauernverband will den Gefahren von Monokulturen begegnen und fordert die Suche nach neuen Pfanzen für die Biogasanlagen.

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