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Lokales

24. November 2017 | 14:11 Uhr

Schlaglochalarm: Sperrungen drohen

vom

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2011 | 05:36 Uhr

Ziegendorf | Auf etlichen Straßen im Amt Parchimer Umland herrscht Schlaglochalarm. Nicht erst seit gestern. Doch hat der Winter die Lage enorm verschärft. Probleme gibt es vor allem mit zwei S tra ßen abschnitten: Dem zwischen Ziegendorf und Drefahl und von Stresendorf nach Herzfeld.

Beiden wichtigen Ortsverbindungsstraßen droht die Sperrung, erklärte gestern Wolfgang Hinz, Leitender Verwaltungsbeamter. Zu DDR-Zeiten als ca. fünf Meter breite Wirtschaftswege gebaut, seien beide Straßen seit der Wende schon so häufig geflickt worden, dass der auf ganzer Länge und Breite rissige und löchrige Asphalt übersät ist mit Kaltasphaltflicken. "Mehr ist nie drin gewesen", sagt Hinz und beziffert den jährlichen Reparaturaufwand allein für die Ziegendorfer Straßen mit 8000 Euro. Es sei ein Fass ohne Boden, das längst keinen Sinn mehr mache.

Logische Konsequenz wäre eine Sanierung der Straßen, wofür Ziegendorf jedoch das Geld fehlt. Wolfgang Hinz: "Die Gemeinde ist hochverschuldet, hat den zweithöchsten Kassenkredit 2010 und kann nur noch die allernötigsten Pflichtaufgaben erfüllen. Investitionen, die gemeindeeigene Mittel binden, sind gar nicht mehr möglich."

Das eigentliche Dilemma dabei: "Etwa 200 000 Euro würde die Sanierung der Deckschicht zwischen Ziegendorf und Drefahl kosten", erklärt Bauamtsleiter Reiner Hecht. "Wahrscheinlich hätten wir danach zehn Jahre Ruhe. Fördermittel vom Land gibt es aber nur für Grundsanierungen. Dabei würden sich die Investitionskosten auf 400 000 Euro verdoppeln. Abgesehen davon, wie schon gesagt, dass die Gemeinde Ziegendorf das gar nicht leisten kann. Wie auch die Herzfelder nicht, die die Trassensanierung Richtung Stresendorf mitfinanzieren müssten."

Einzig momentane Option sind Schilder, mit denen auf die Schäden aufmerksam gemacht und die Geschwindigkeit beschränkt werden könnte. "Beides ist für einen gewissen Zeitraum möglich", sagt Hinz. "Aber wir sind gehalten, schnell Abhilfe zu schaffen. Und das wäre hier nur möglich, wenn sich die beteiligten Gemeinden noch weiter verschulden, was meines Erachtens so nicht gewollt sein kann. Vielmehr sind wir der Auffassung, dass hier die Hilfe des Landes unbedingt erforderlich ist." Wenn die Gemeinden den Sanierungsstau weiter vor sich herschieben, seien die Straßen bald so marode, dass man den Verkehr nicht mehr guten Gewissens drauf lassen könne. "Und dann droht beiden Straßen unweigerlich die Sperrung", sagt Hinz. Gemeinden und Verwaltung hoffen darauf, dass das Land abseits von Förderprogrammen und -modalitäten helfen werde, das Problem zu lösen.

Noch aber sieht es nicht danach aus. Zwar habe Schwerin schon hochgerechnet, dass die Schlaglochsanierung 65 Millionen Euro kosten werde, erklärt Hinz. Ein Förderprogramm habe das Land aber noch nicht aufgelegt. Was bedeutet, Städte und Gemeinden sollen zahlen. Hinz: "Und genau das können sie nicht wuppen."

Erste Kreisstraße wegen Schlaglöchern gesperrt

Wegen tiefer Schlaglöcher hat der Landkreis Ostvorpommern gestern die landesweit erste Kreisstraße gesperrt. Die Sperrung des 1,5 Kilometer langen Stücks der K2 zwischen Neuenkirchen und Leist II soll solange andauern, bis die Straße provisorisch saniert wird, teilte das Anklamer Kreisstraßenamt mit. Die Anwohner von Leist und Wampen müssen nun einen mehr als vier Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen. Nur der Schulbus darf die Straße noch befahren. Auf einem weiteren Stück wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 10 km/h festgelegt.

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