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Polizei hebt bundesweiten Verbrecherring aus : Schlag gegen Bande von Buntmetalldieben

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Morgendliche Aufregung im Dorf Breesen bei Laage. Der Tag erwachte gerade, als Einsatzkräfte der gemeinsamen Ermittlungsgruppe "Buntmetall" von Bundes- und Landespolizei MV auf das Gelände des Schrottplatzes fuhren.

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erstellt am 16.Jun.2011 | 12:07 Uhr

Breesen | Es ist 6 Uhr früh, als 600 Einsatzkräfte der Landes- und Bundespolizei zeitgleich zuschlagen. Ihr Ziel: eine Diebesbande, die in ganz Deutschland Buntmetall gestohlen hat. Die Polizei stürmt Wohnungen und Firmen unter anderem in Rostock, Berlin, Duisburg und Karlsruhe. Insgesamt 27 Objekte, darunter zwei Schrottplätze in Kavelstorf und Breesen bei Laage. Acht Tatverdächtige sollen festgenommen werden.

Am Ende des Einsatzes klicken sieben Mal die Handschellen. Drei Deutsche und vier Bosnier werden festgenommen. Einer der Köpfe der Bande, ebenfalls ein Bosnier, geht der Polizei vorerst durchs Netz.

„Er ist derzeit untergetaucht“, sagt Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. Die Beamten vermuten den Verdächtigen in Berlin. Etwa zwei Jahre war die Polizei den Buntmetalldieben auf den Fersen, seit zirka einem Jahr lief das Verfahren bei der Rostocker Staatsanwaltschaft. Mittlerweile konnten 65 Straftaten nachgewiesen werden, die auf das Konto der Diebesbande gehen.

Vor allem auf Anlagen der Deutschen Bahn hatten sie in der Hauptsache Kabel abtransportiert und dabei einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro angerichtet.

Nach umfangreichen Ermittlungen reichten nun die Beweise aus. Die Rostocker Staatsanwaltschaft sprach die acht Haftbefehle aus. Ihr Diebesgut versteckte die deutsch-bosnische Bande unter anderem auf einem Schrottplatz in Breesen bei Laage. Die Berge von Kabeln hatten die Ganoven auf dem Firmengelände vergraben.

Darum rückt die Polizei gestern extra mit Radlader und Bagger an, um das Metall zu bergen und anschließend detailliert zu sichten. Dabei läuft den Beamten ein Serbe in die Arme. Bei der Überprüfung seiner Personalien stellt sich heraus, dass sich der Mann unerlaubt in Deutschland aufhält. Die achte Verhaftung an diesem Tag. Allerdings hat der Mann nach ersten Erkenntnissen nichts mit den Diebeszügen zu tun.

Währenddessen werden die festgenommenen Tatverdächtigen dem Haftrichter vorgeführt. Einer von ihnen wird sogar per Hubschrauber eingeflogen. Die Polizei hatte ihn in Pforzheim erwischt, ihn dann nach Karlsruhe gebracht und von dort aus nach Rostock überführt.

„Nach ersten Erkenntnissen können wir mit dem Ergebnis unseres Einsatzes zufrieden sein“, sagt Polizeisprecher Menge. Nun müssen sich die Verdächtigen vor Gericht gegen den Vorwurf des gewerbs- und bandenmäßigen Diebstahls verteidigen.

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