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Vorsitzender des Kita-Trägervereins erhebt Vorwurf gegen Gemeinde : "Schimmel in Kita übertüncht"

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Mit dem Vorwurf vom Befall der Kindertagesstätte "Kinderland" in Karenz durch Schimmelpilz wurden die Gemeindevertreter im Verlauf ihrer elften Sitzung im Kulturraum des Ortes konfrontiert.

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2011 | 09:37 Uhr

Karenz | Mit dem Vorwurf vom Befall der Kindertagesstätte "Kinderland" in Karenz durch Schimmelpilz wurden die Gemeindevertreter im Verlauf ihrer elften Sitzung im Kulturraum des Ortes konfrontiert. Der Vorsitzende des Kita-Trägervereins, Steffen Tambach, sah Handlungsbedarf für das gemeindeeigene Haus, der darüber hinausgehen müsse, die Schadstellen von einem Maler-Fachbetrieb zu übertünchen. Betroffen wären im Fall der Fälle insgesamt 36 zu betreuende Kinder und die Erzieherinnen.

Auf direkte Nachfrage über den Grad des Schimmelbefalls, wollte sich der Vorsitzende nicht festlegen. Es gebe keine Messwerte, jedoch Feuchtstellen in Wänden, an Türen und an der Terrasse, die nicht verschwinden und dort sei Schimmelbefall auszumachen. Deshalb wolle der Vorstand des Vereins auch auf eine Reduzierung der Miete mit der Gemeindevertretung sprechen, erläuterte Tambach gegenüber der SVZ.

Das Problem Feuchtigkeit in dem 150 Jahre alten, ehemalig als Schafstall genutzten Gebäude ist dem Karenzer Bürgermeister Willfried Pagung und den Gemeindevertretern durchaus bekannt, wie auf der Versammlung zu hören war. Nach Auffassung von Pagung habe der jüngst beauftragte Malerbetrieb die Feuchte in fachlicher Qualität beseitigt und erst dann gestrichen. Sehr wohl habe es jedoch eine Sanierung vor zwei oder drei Jahren gegeben, um die Ausbreitung der Feuchte im Haus zu begegnen, informierte Pagung. Das Grundproblem sei jedoch das Gebäude selbst. Pagung: "Dem 150 Jahre alten Gebäude fehlt es an Isolierung, damit die Nässe sicher draußen bleibt." Es müsse saniert werden, so der Bürgermeister, betroffene Holzstützen müssten umfangreich bearbeitet werden. Das benötige Zeit und Geld.

Aber gerade an Finanzkraft fehlt es der Gemeinde Karenz. Die Jahresrechnung für 2010 ergab einen Überschuss von 101 000 Euro, der allerdings im aktuellen Haushaltsjahr durch verringerte Landeszuweisungen auf Null schmelzen werde. Selbst der 1500 Euro teure, bereits vorgenommene Abriss des Vordaches am Buswartehaus in Karenz wurde erst vorgestern auf der Sitzung als überplanmäßige Ausgabe durchgewunken. Ein neues Vordach wird es wohl auf absehbare Zeit nicht geben, wie der Bürgermeister befürchtet. Ihm liege zwar ein Kostenvoranschlag vor, doch 2500 Euro zu zahlen, das entzieht sich wohl den gemeindlichen Möglichkeiten. Auch ein anderes Anliegen an die Gemeindevertreter kann nur durch bereits vorhandene Substanz in die Tat umgesetzt werden: Die Kita benötigt dringend einen Raum, in dem sich die Erzieherinnen fern der praktischen Tätigkeit auf ihre pädagogischen Aufgaben vorbereiten können. Das habe jüngst eine betriebliche Überprüfung der Einrichtung ergeben. Da jedoch eine bauliche Veränderung der Kita-Räumlichkeiten finanziell kaum zu realisieren sei, käme nur das Angebot zum Tragen, dass die Erzieherinnen das ehemalige Wasserwerk Karenz dafür nutzen könnten. Das allerdings brächte für den Verein zusätzliche Ausgaben für Miete, Strom und Wasser, gab Pagung dem Vorstand mit auf den Weg.


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