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Lokales

25. September 2017 | 15:33 Uhr

Schiffbauer geht mit PS in die Zukunft

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2010 | 08:14 Uhr

Wolgast | Die früheren Hegemann-Werften bauen künftig unter neuem Namen Schiffe. Mit der Verschmelzung der ehemaligen Tochter, der Stralsunder Volkswerft, mit der Wolgaster Peene-Werft als Mutter geht die Gruppe als P+S-Werften in die Zukunft. Mit der neuen Struktur sollen Produktionsprozesse gestrafft werden, sagte der Leitende Geschäftsführer, Dieter Brammertz, gestern in Wolgast. Auch will die Werft stärker als Spezialschiffbauer im Offshore-Bereich aktiv werden. Rechtssitz der Gesellschaft mit rund 1800 Mitarbeitern ist Wolgast, die Geschäftsführung sitzt in Stralsund. Im neuen Namen steht das "P" für Peene, das "S" für Strelasund. Die Namen Peene-Werft für den Standort Wolgast und Volkswerft für Stralsund bleiben erhalten.

Die Hegemann-Gruppe des früheren Werften-Eigners Detlef Hegemann hält einen Anteil von 7 Prozent bei den P+S Werften. Die HSW Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft, an die Hegemann wegen der wirtschaftlichen Schieflage der Betriebe bereits Ende 2009 den Großteil seiner Anteile abtreten musste, ist mit 93 Prozent beteiligt. Ins operative Geschäft ist der 82-Jährige nicht mehr eingebunden, bestätigte Brammertz. In diesem Jahr habe die Werft bereits sechs finanziell gesicherte Neubauaufträge akquirieren können, wie Brammertz sagte. Damit habe sie bezogen auf die Auftragseingänge einen Marktanteil von 56 Prozent aller deutschen Werften. Der gesicherte Auftragsbestand beläuft sich mit 20 Aufträgen auf 588,8 Millionen Euro, weitere Aufträge über rund 457 Millionen Euro seien finanziell noch nicht gesichert.

Die Betriebsräte in Stralsund und Wolgast zeigten sich zuversichtlich, dass es mit dem Zusammenschluss zu keinem weiteren Stellenabbau kommt. Ende März mussten 250 Schiffbauer in eine Transfergesellschaft wechseln. Wie Brammertz sagte, sind die Kapazitäten inzwischen an die Plangrößen angepasst. Trotzdem sei auf den Werften noch Kurzarbeit für durchschnittlich 140 Mitarbeiter angesagt. "Wir kämpfen weiter um Aufträge", sagte Brammertz.

In Wolgast mit 665 Mitarbeitern sind vier Schiffe im Bau, in Stralsund arbeiten rund 1150 Beschäftigten an sieben Aufträgen, darunter die erste von zwei Fähren für die Reederei Scandlines. Zu den weiteren Auftraggebern zählen die türkische Arkas-Reederei, die deutsche Firma Scanscot und der Bund, der in Wolgast Marineschiffe bauen lässt.

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