Schelfstadt von Eispanzer befreit

Schwerstarbeit in der Landreiterstraße: Bis zu 30 Zentimeter dicke Eisschichten musste der Bautrupp von der Fahrbahn beseitigen. Mathias Gröckel (2)
1 von 3
Schwerstarbeit in der Landreiterstraße: Bis zu 30 Zentimeter dicke Eisschichten musste der Bautrupp von der Fahrbahn beseitigen. Mathias Gröckel (2)

von
11. Februar 2010, 06:51 Uhr

Schwerin | Schelfstadt, gestern gegen 7.40 Uhr: Orangefarbene Blitze zucken durch die Dämmerung. Schneeschieber und Lastwagen mit rotierenden Warnblinkern auf dem Dach und ein mit Schaufeln ausgestatteter Bautrupp rücken in die noch stille Landreiterstraße ein. Jetzt wird es richtig laut, einige Männer setzen sich Ohrenschützer auf: Kreischend schabt eine Asphaltfräse über die stellenweise bis zu 30 Zentimeter dicke Eisschicht auf der Fahrbahn. Über ein langes Förderband schießt die abgekratze weiße Masse in hohem Bogen auf die Ladefläche eines Lkw.

"Was für ein seltenes Spektakel, das funktioniert ja wie ein Uhrwerk", sagt Kerstin Marten anerkennend. Natürlich freue sie sich, dass der Eispanzer, der die Landreiterstraße seit Wochen in eine rutschige Berg- und Talbahn verwandelte, jetzt endlich wegkommt. "Zum Schluss ist ja nicht einmal mehr die Müllabfuhr durchgekommen, so dass die Abfalltonnen überquollen", sagt die Schelfstädterin.

Komplett von der Aktion überrascht ist Anwohnerin Désirée Neubert. Sie wird vom kommunalen Ordnungsdienst per Telefon aus dem Bett geklingelt, weil sie die einzige Fahrzeugführerin in dem Abschnitt der Landreiterstraße zwischen Schweinemarkt und Schelfstraße ist, die ihr Auto trotz der für die Schneeräum-Aktion aufgestellten Parkverbotsschilder noch am Straßenrand stehen hat. "Mein Kind ist krank. Ich habe das Haus zwei Tage lang nicht verlassen und deshalb die Verbotsschilder nicht gesehen", sagt die junge Mutter. Doch Désirée Neubert hat Glück an diesem Morgen: Die Schnee-Schieber helfen ihr beim Wischen der Auto-Frontscheibe und schieben das Fahrzeug sogar aus der zugeschneiten Parkbucht heraus.

Erleichterung auch bei den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). Denn der kommunale Eigenbetrieb hatte vor dem Einsatz betont, dass es angesichts der extremen Dicke der Eisschicht auf den Fahrbahnen keine Erfolgsgarantie für die Beräumungsaktion gäbe. "Doch es hat insgesamt gut geklappt", so Hans-Dieter Matlachowski, SDS-Bereichsleiter für Straßenunterhaltung und Abfallwirtschaft. So seien gestern neben der Landreiter- auch die Münz- und weitgehend die Bergstraße, in der heute weitergearbeitet werden soll, in einem deutlich besser befahrbaren Zustand gebracht worden.

Beräumt werden sollen heute die Ziolkowskistraße, die Schleswiger Straße und die Otto-von-Guericke-Straße. Am Montag sind dann die Lübecker Straße, die Friedrich- sowie die Arsenalstraße an der Reihe. "Halteverbotsschilder weisen die Anwohner darauf hin", so SDS-Bereichstleiter Matlachowski.

In der Landreiterstraße mussten gestern zwei Fahrzeuge abgeschleppt werden. In der Bergstraße waren es ebenfalls zwei Pkw, zwei weitere Autos wurden dort umgesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen