Schäden an der Stadtkirche

Zwei Nordfenster der Sternberger Stadtkirche müssen dringend repariert werden. Das kostet nach ersten Schätzungen rund 20 000 Euro. Beim Aufbringen dieser hohen Summe helfen die Spenden der vielen Kirchenbesucher. In diesem Sommer kamen an Spitzentagen 200 Neugierige.

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29. Oktober 2009, 08:51 Uhr

Sternberg | Ein Schreck fuhr den Gottesdienstbesuchern in Sternberg durch die Glieder. Mitten bei der feierlichen Zeremonie durch Pastorin Eva Lagies schepperte es. Bei einem Windstoß waren lose Teile eines Kirchenfensters gegeneinander geschlagen.

Eva Lagies befürchtet, dass ein Wintersturm die Konstruktion weiter beschädigen könnte. Zwei Fenster an der Nordseite sind in großer Gefahr. Zumindest gesichert werden müssen sie noch in diesem Herbst. Um sie dann schließlich zu erneuern. Das kostet nach ersten Schätzungen 20 000 Euro.

Das ist die nächste wichtige Investition an dem historischen Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert. Da kommt es gerade recht, dass die Besucher der Kirche mit ihren Spenden den einen und anderen Euro zum Erhalt des Gotteshauses in Sternberg lassen.

Großes Interesse für ältestes Gebäude der StadtVon Mai bis Anfang Oktober stand das sieben Jahrhunderte alte Gemäuer offen. Das wurde auch möglich durch Ein-Euro-Jobber. Vor allem nennt Pastorin Lagis aber das ehrenamtliche Engagement von Gunna Weise. Sie hielt zuweilen die ganze Woche und auch an Sonntagen die Kirche offen und begeisterte die Gäste mit ihren fachkundigen Führungen. Auch jetzt - nachdem die Kirche eigentlich abgeschlossen ist - zeigt sie Sternbergs ältestes Gebäude. So war erst in der vergangenen Woche eine Gruppe mit 60 Holländern in der Stadt. Im Hochsommer wurden an Spitzentagen bis zu 200 Kirchenbesucher gezählt. Darunter waren viele ältere Leute, aber auch Schulklassen. Viele davon wagten gegen eine Spende den Aufstieg in den Turm und genossen von oben den Blick auf Sternberg und Umgebung.

"Es wurde gut angenommen", resümiert die Pastorin. Die offene Kirche habe Gäste in die Stadt gezogen. Das weiß sie aus von Besuchern ausgefüllten Fragebögen. Weil sie den Kirchturm gesehen haben, so informierten viele Gäste, hätten sie einen Abstecher in die Stadt unternommen. Wobei andere ganz gezielt dieses historische Bauwerk angesteuert haben. Viele interessierten sich beispielsweise für das von Wieland Schmiedel geschaffene Mahnmal zum Judenpogrom. Denn das steht mittlerweile auch in einigen Reiseführern.

Ehrenamtliches Engagement stärker gefragtAuch als Veranstaltungsort macht sich die Stadtkirche einen Namen. Zu sieben Konzerten kamen in diesem Jahr bisher rund 750 Besucher. Den Organisten Wolfgang Andrae aus der Nähe von Augsburg hat die Orgel, die er bei einem Urlaub in Sternberg kennen gelernt hat, so sehr begeistert, dass er am 7. Dezember auf ihr ein Benefizkonzert geben will.

Für das kommende Jahr ist die Gemeinde auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen, die sich um die Kirchenbesucher kümmern. Zumal 2010 ein Jubiläum ins Haus steht. Der wahrscheinliche Baubeginn vor 700 Jahren wird gefeiert. Dazu findet am letzten Juliwochenende eine große Veranstaltung statt. Außerdem bereitet Gunna Weise eine Ausstellung über den Maler Fritz Greve vor, der das beeindruckende Gemälde über die Reformation in der Stadtkirche geschaffen hat.

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