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Kompetenzzentrum Freiland-Gemüsebau seit fünf Jahren in Gülzow : Salat wächst für die Forschung

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In Reih und Glied stehen die ersten Salatpflanzen auf den Versuchsflächen zwischen Gülzow und Langensee. Das Norddeutsche Kompetenzzentrum für Freiland-Gemüsebau startet in die Saison.

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erstellt am 17.Apr.2011 | 06:15 Uhr

Gülzow | In Reih und Glied stehen die ersten Salatpflanzen auf den Versuchsflächen zwischen Gülzow und Langensee. Das Norddeutsche Kompetenzzentrum für Freiland-Gemüsebau, angesiedelt bei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow startet bei verhaltenem Frühlingswetter in die Saison. Neben Salat spielt der Kohl eine große Rolle. Es geht um Anbaumethode, um Düngung und darum, herauszufinden, wie die Kulturen vor Schädlingen geschützt werden können. Weitere Themen der Versuche sind in diesem Jahr Bewässerung und Bodenbearbeitung. Dabei, so erklärt Kai-Uwe Katroschan (36), gehe es um die Qualität des Gemüses, um die Sortenauswahl und den Aspekte des ökologischen Anbaus.

Beim Kopfsalat will man beispielsweise herausfinden, wie ein Befall mit Grauschimmel verhindert oder zumindest minimiert werden kann. Beim Kohl, so fügt der Leiter des Kompetenzzentrums hinzu, seien es der Rapsglanzkäfer, der seit Jahren in immer größeren Populationen auftritt und auf den Kohl wechselt, wenn der Raps nach der Blüte für ihn uninteressant geworden ist. Weiter beschäftige man sich mit der Kohlmottenschildlaus. "Sie ist Mitte der 1990er-Jahre erstmals aufgetreten und wird seit dem 21. Jahrhundert zum Problem", erklärt der promovierte Agraringenieur.

Mit Klimawandel wächst Notwendigkeit der Bewässerung

Ein zweites Thema, die Bewässerung, ergebe sich aus einer prognostizierten Sommertrockenheit, die der Klimawandel mit sich bringen kann. "Wasser spielt für die Qualität von Gemüse eine immens wichtige Rolle", betont Katroschan. Ohne zu wässern, könnten zwar noch ordentliche Erträge eingebracht werden, doch die Qualität leide auf jeden Fall. "Wässern ist ein Muss", sagt der Leiter des Kompetenzzentrums. In den Versuchen gelte es nun herauszufinden wann und wie viel Wasser gegeben werden muss. Dabei spricht Katroschan immer vom gewerbsmäßigen Gemüseanbau. Das Kompetenzzentrum erarbeite Vorschläge für den Anbau im großen Stil. Während der Gemüseanbau in Mecklenburg-Vorpommern eine geringe Rolle spiele, lediglich zwei Unternehmen würden Rotkohl in größerem Umfang anbauen, seien Weißkohl und Möhre in Schleswig-Holstein, Salat uns Spargel in Niedersachsen und Spargel ebenso in Sachsen-Anhalt von größerer Bedeutung. Für die genannten Bundesländer arbeitet das Norddeutsche Kompetenzzentrum für Freiland-Gemüsebau mit Sitz in Gülzow.

Während in den Frühjahrs- und Sommermonaten hinein gepflanzt und gepflegt, gedüngt und gegossen, gemessen, gewogen und gezählt wird, erfolgt in den Wintermonaten die Auswertung der Versuche. Die Ergebnisse der Forschung, so berichtet Katroschan, werden über Gartenbau- und Erzeugerverbände, über landwirtschaftliche Beratungsstellen und auf Informationsveranstaltungen und Fachtagungen vorgestellt. Außerdem gebe es im Sommer stets einen Feldgemüsetag auf den Versuchsfeldern. Neun Hektar stehen dafür zwischen Gülzow und Langensee zur Verfügung. Da stets auf die Fruchtfolge zu achten ist, würden nur etwa zweieinhalb Hektar jährlich mit Gemüse bestellt.

Zum Kompetenzzentrum gehört neben dem Gemüseanbau ein kleiner Zweig Obstbau auf 2,7 Hektar Land am Ortsrand von Gülzow. Dabei beschäftige man sich zum einen mit Sonderkulturen wie Holunder und Sanddorn, zum anderen mit der Auswahl regionaler Apfelsorten. Der Anbau von Holunder, so erklärt der Leiter des Kompetenzzentrums, stecke beispielsweise noch völlig in den Kinderschuhen. Hier gehe es darum erst einmal grundsätzliche Fragen des Anbaus zu klären.

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