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Lokales

22. September 2017 | 15:33 Uhr

Saisonale Flaute: 1305 Arbeitslose

vom

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2011 | 06:01 Uhr

Gadebusch | Ferienzeit und kaum Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Folglich meldete gestern die Agentur für Arbeit den saisonalen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen. "Für den Bereich Gadebusch sind die Veränderungen eher marginal, die Quote stieg von 9,5 auf 9,6 Prozent", sagt Roland Henning, der Leiter der Agentur für Arbeit in Gadebusch. Damit sind aktuell 1305 Frauen und Männer ohne Job - 19 mehr als im Vormonat, aber laut Statistik 36 weniger als noch vor einem Jahr. Aus Sicht von Henning spiegelt sich in den Zahlen die Ferien- und das Ende der Ausbildungszeit wieder: "Über die Sommermonate erfolgen erfahrungsgemäß keine Einstellungen. Wir gehen davon aus, dass im September der Markt wesentlich belebter sein wird." Somit reihen sich vornehmlich junge Leute ein. Ihr Anteil stieg von 115 auf 136 an. Die Zahl der angebotenen Stellen entwickelte sich positiv. Aktuell sind 113 freie Arbeitsplätze im Bestand. Nach Angaben von Henning sind dies 23 Prozent mehr als im Juli 2010. "Insbesondere im Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Straßenbau, der Elektrobranche können wir Arbeitsstellen anbieten", so Henning. Angebote, die aus Sicht junger Menschen kaum attraktiv erscheinen. "Diese Altersgruppe tendiert nach unseren Erfahrungen eher in Richtung Kommunikation, Computer und zum kaufmännischen Bereich", so der Chef der Gadebuscher Agentur. Wer in seiner Wunschbranche keinen Start verwirklichen kann, der sollte nach Ansicht des Arbeitsmarktexperten die Baubranche vielleicht doch als Chance begreifen.

Fachpersonal in der Altenpflege knapp

Weiterhin gefragt sei Fachpersonal im Pflegebereich. Die Arbeitgeber suchen vornehmlich qualifiziertes Personal, um den anspruchsvollen und nicht ganz leichten Anforderungen in der Pflege erfüllen zu können.

Gudrun Kornhaaß, Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Volkssolidarität, ist somit froh, "entsprechend des Personalschlüssels volle Besetzung melden zu können". Allerdings darf es keine Veränderungen in Größenordnung geben: "Wir kommen im Moment gerade so hin. Verlassen uns Arbeitskräfte, sind die nicht so ohne weiteres im Pool der Agenturen zu finden." Hinzu komme, dass junge Leute verschiedene Bereiche der Pflege kennen lernen möchten. Solch personellen Veränderungen abzufedern sei nicht einfach. Aktuell bildet die VS entsprechend dem vorgegebenen Personalschlüssel einen Azubi zum Altenpfleger aus. "Bei Eignung, erfolgt nach Abschluss die Übernahme", so Kornhaaß. Mit Blick auf die Altersstruktur der Angestellten prognostiziert die Geschäftsführerin einen Fachkräftemangel. "Einige Mitarbeiter werden in zwei bis drei Jahren in Rente gehen", so Kornhaaß. Wie eine Neubesetzung erfolgen kann, bleibt abzuwarten. Die Agentur für Arbeit bietet zwar die Möglichkeit umzuschulen, aber die nicht selten fehlende finanzielle Absicherung des dritten und somit Abschlussjahres ist meist nicht gesichert. Damit ist eine Umschulung über die Agentur weniger attraktiv.

Aktuell beschäftigt der Kreisverband der Volkssolidarität Schwerin-Nordwestmecklenburg 130 Mitarbeiter in der Vollstationären Altenpflege, der Sozialstation, Tagespflege und Kurzzeitpflege. Jugendliche die hinsichtlich ihrer beruflichen Qualifikation keinen Entschluss gefasst haben, sind gut beraten, sich umgehend bei der Agentur für Arbeit zu melden. "Ausbildungsplätze sind vorhanden, auch für jene, die mit weniger guten Noten die Schulen beendet haben. Wer Bereitschaft zum Lernen zeigt, der hat gute Chancen einen anspruchsvollen Ausbildungsberuf zu ergreifen", sagt Agenturchef Henning.

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