Sail-Sicherheit auf dem Prüfstand

<strong>Der Fußgängertunnel</strong> im Warnemünder Bahnhof ist einer der Gefahrenpunkte: Er wird nur einseitig geöffnet.
1 von 2
Der Fußgängertunnel im Warnemünder Bahnhof ist einer der Gefahrenpunkte: Er wird nur einseitig geöffnet.

svz.de von
25. Juli 2010, 06:37 Uhr

Rostock | Für die Jubiläumssail läuft eine Sicherheitsüberprüfung an: Nach den dramatischen Ereignissen bei der Loveparade, bei der am Sonnabend in Duisburg 19 Menschen nach einer Massenpanik ums Leben kamen und es Hunderte Verletzte gab, stellen nun auch in Rostock die Verantwortlichen die Sicherheit noch einmal auf den Prüfstand. "Ich habe mich Sonntagfrüh sofort mit den zuständigen Sicherheitsleuten und dem Ordnungsamt verständigt", sagt der Chef des Hanse Sail-Büros, Holger Bellgardt. Heute soll es ein Treffen mit allen Verantwortlichen geben. Bei der Sail sorgen Polizei, Brandschutz- und Rettungsamt und auch ein privater Sicherheitsdienst für einen reibungslosen Ablauf. "Es besteht seit vielen Jahren ein gutes Konzept betreffend der Sicherheit auf der Hanse Sail", sagt Bellgardt. Wie das Beispiel der Loveparade zeigt, können Tunnel zu einer besonderen Gefahr bei Großveranstaltungen werden. Zur Hanse Sail wird der Fußgängertunnel am Warnemünder Bahnhof aufgrund des Gefahrenpotenzials schon seit vielen Jahren nur einseitig geöffnet. Der Abgang der Besucher erfolgt über das Nordende des Kais. Die Deutsche Bahn plant künftig ohnehin eine Schließung des Fußgängertunnels im Zuge einer Umgestaltung des Bahnhofs. Der Bahnsteigzugang soll künftig ebenerdig auf Höhe Nordende des Empfangsgebäudes erfolgen.

Eine weitere Sicherheitsmaßnahme zur Hanse Sail betrifft die Eisenbahnbrücke über den Alten Strom. Diese wird in der Mitte geteilt und trennt somit ankommende Gäste von den Abreisenden. Darüber hinaus wurde auch das Marktgeschehen am Passagierkai in den vergangenen Jahren zurückgefahren, um mehr Platz zu schaffen. "Unsere Sicherheitskonzepte reichen so weit, dass die Veranstaltungspunkte gezielt so gesetzt werden, dass die Menschen sich möglichst breit über das Gelände am Stadthafen sowie in Warnemünde verteilen", so Bellgardt. Die Hanse Sail sei Einschätzungen der Sicherheitsleute in den vergangenen Jahren zufolge eine äußerst friedliche Veranstaltung. Anders als bei der Loveparade verteilen sich darüber hinaus die etwa eine Million Besucher der Hanse Sail auf vier Veranstaltungstage. Das Veranstaltungskonzept sei ein ganz anderes und insofern nicht mit der Loveparade zu vergleichen, sagt Bellgardt.

Neben einem privaten Sicherheitsdienst und der Bereitschaftspolizei mit Hunderten Einsatzkräften ist auf der Hanse Sail auch das Brandschutz- und Rettungsamt an jeweils einem Standort im Stadthafen und einem in Warnemünde vertreten. Sicherheitsschwerpunkte werden dabei besonders an den verschiedenen Bühnen gesetzt. "Das breite Feld der Sicherheitsfragen konnten wir in 20 Jahren Hanse Sail erproben und immer wieder verbessern", sagt Bellgardt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen