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Lokales

19. November 2017 | 11:41 Uhr

S-Bahn: RSAG ist als Betreiber raus

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2011 | 08:02 Uhr

Rostock | Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ist aus dem Rennen: Das Unternehmen wird nicht die Leistungen auf den Rostocker S-Bahn-Linien übernehmen. Die DB Regio teilte nun mit, dass sie die Strecken mit eigenem Personal besetzen werde. Das Unternehmen hatte sich im vergangenen Sommer in einer europaweiten Ausschreibung um die Betreibung des Personennahverkehrs auf dem Teilnetz Warnow durchgesetzt. Ab Dezember 2011 wird die Deutsche-Bahn-Tochter die Regionalbahnleistungen und ab Dezember 2012 den elektrischen Verkehr - also die S-Bahnen - im Warnow-Netz übernehmen.

Bislang war die DB Region hierfür auf der Suche nach einem Subunternehmen, das die Personalleistungen auf den S-Bahn-Linien erfüllen, also Schaffner und Lok-Führer stellen könnte. Die RSAG hatte hierfür im Vorfeld ihr Interesse bekundet. Schließlich arbeitet das kommunale Unternehmen auf der Regionalstrecke Tessin-Wismar bereits mit der DB Regio zusammen. Auf dieser Linie stellt die RSAG das Personal. Der Auftrag läuft Ende dieses Jahres aus.

Doch nun hat sich die DB Regio doch dafür entschieden, zumindest die elektrischen Strecken selbst zu besetzen. Das teilt Jörg Werner, Leiter der Geschäftsentwicklung DB Regio Nordost, mit. Knackpunkt bei der Entscheidung seien die Verhandlungen über einen Branchentarif gewesen. Denn die Deutsche Bahn hat sich in einer Tariftreue-Erklärung dazu verpflichtet, sowohl im eigenen Bereich als auch bei der Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen auf die Erfüllung von Mindestanforderungen zu achten. Dies war nötig geworden, weil das Land nach einem Beschluss Anfang vergangenen Jahres im Zugverkehr nur noch Aufträge an tarifgebundene Unternehmen vergibt.

Das heißt: Wer die Tarif-Klausel nicht erfüllen kann, fliegt als Bewerber raus. Die DB Regio hat sich darüber hinaus verpflichtet, die Tariftreue auch als Maßstab an Unternehmen anzulegen, die wiederum von ihr beauftragt werden. "Wir wollen keinen Wettbewerb über die Lohntüten", sagt Werner. Will sagen: Nur Unternehmen, die ihre Mitarbeiter angemessen bezahlen, können zukünftig mit der DB Regio zusammenarbeiten. Für die S-Bahn-Linien hat sich die Bahn entschlossen, eigenes Personal einzusetzen.

Bezüglich der mit Dieseltraktion befahrenen Strecken steht die Entscheidung allerdings noch aus. Die Bahn-Tochter hatte die Betreibung beider Teilnetze getrennt ausgeschrieben. Ende dieses Monats fällt die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) eine Entscheidung darüber, welches Unternehmen für die mit Dieseltraktion befahrenen Regionalstrecken den Zuschlag erhält. VMV-Geschäftsführer Detlef Lindemann betont: Sollte die DB Regio ein nicht-tarifgebundenes Unternehmen mit der Ausübung der Personalleistungen beauftragen, riskiert die Bahn, den Zuschlag für das Schienennetz Warnow wieder zu verlieren.

Währenddessen sucht die DB Regio Nordost mittlerweile nach Lok-Führern und Zugpersonal, die auf den vier Rostocker S-Bahn-Linien eingesetzt werden können. Bereits im August hat die Bahn bei dem kanadischen Unternehmen Bombardier Transportations 23 fünfteilige Züge vom Typ Talent 2 für den Einsatz auf den S-Bahn-Linien geordert. Diese sollen dann alle bis Warnemünde verkehren.


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